Sonderförderung 2015: Willkommenskultur und Salafismusprävention  - Stadt Witten

Sonderförderung Willkommenskultur

Für eine Sonderförderung von Projekten und Maßnahmen im Themenfeld Willkommenskultur und Unterstützung von Flüchtlingsfamilien, hat das Bundesfamilienministerium im Rahmen von Demokratie leben zusätzlich 10.000 € zur Verfügung gestellt. Diese Mittel wurden von der Stadt Witten erfolgreich beantragt und stehen nun zur Verfügung und ergänzen somit das für dieses Förderjahr abgestimmte Leitthema der Projektförderung.

Aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen will sich die Wittener Partnerschaft für Demokratie  in 2015 verstärkt der Förderung interkultureller Kompetenz und Migrationsthemen widmen.

Dabei steht die Unterstützung von Flüchtlingen, bzw. Flüchtlingsfamilien und Schaffung einer Willkommenskultur im Rahmen der Projektförderung  im Mittelpunkt.

Insbesondere Kriegsflüchtlinge leiden unter multiplen Problemen und bedürfen einer zielgerichteten und fachlichen Unterstützung. Des weiteren sollen insbesondere Kinder und Jugendliche Hauptzielgruppe der integrativen Projekte und Maßnahmen sein.

Aktuelle Prognosen besagen, dass voraussichtlich bis zu 80% der Asylsuchenden in Witten bleiben werden. Im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie“ soll an einer gelungenen Integration dieser Menschen mitgearbeitet werden. Dabei orientiert sich diese Partnerschaft an den Grundwerten der Demokratie- und Toleranzförderung und Stärkung von Kompetenzen.

Ziel der Partnerschaft  ist es, in 2015 gezielt Angebote und Maßnahmen im Rahmen der Projektförderung zur Verbesserung der Integration von Flüchtlingen, Asylsuchenden und Migranten initiiert oder durchgeführt zu haben.

Der Begleitausschuss hat entschieden, dass der Help Kiosk als Projektträger die zusätzlichen Fördermittel erhält und im Verbund zur Umsetzung einzelner Projekte den jeweiligen Initiativen und für Aktionen zur Verfügung stellt.

Die zusätzlich zur regulären Projektförderung in 2015 durchgeführten Projekte und die Unterstützung für Flüchtlinge werden hier vorgestellt.

Kunstprojekt zur Trauma-Bewältigung mit unbegleiteten Minderjährige und jungen Asylsuchenden

Schwerpunkt des Projektes war das künstlerische Arbeiten mit Schablonen und unterschiedlichen Materialien wie Sprühdosen, Acrylfarben, Kreiden, und Techniken wie collagieren, Graffiti und freies Arbeiten.
Hierbei konnten sich die Teilnehmer unter Anleitung des Künstlers Jonas Heinevetter erstmal spielerisch den Materialien und Techniken nähern und haben dann später zusammen eine gemeinsame Bildidee für eine Wandgestaltung im öffentlichen Raum erarbeitet (z.B. das Piraten Plakat am Hauptbahnhof).

Das gesamte Projekt fand zum Teil in der eigenen Werkstatt und Galerie des Künstlers statt. Es stellte sich aber heraus, dass der Zugang zum Atelier für die beteiligten Flüchtlinge nicht ganz einfach war. So wurde das Kunstprojekt auch in den Räumen der Unterkunft der Flüchtlinge umgesetzt. Insbesondere die künstlerische Gestaltung der eigenen Räume, unter Einbindung von engagierten Jugendlichen und Studierenden, war für die teilweise minderjährigen Flüchtlinge ein guter Weg sich mit ihrer durch die Flucht belasteten Situation auseinander zu setzen und ihre eher schlichten Räume in der Unterkunft künstlerisch zu verschönern.

Dieses Projekt wurde im Rahmen der Sonderförderung durch die vom Bundesfamilienministerium zusätzlich zur Verfügung gestellten Fördermittel für die Umsetzung einer Willkommenskultur unterstützt.

Infos zum Künstler Jonas Heinevetter, der in Witten u.a. die Initiative "WiWiBu - Witten wird bunt" betreut, finden sich unter www.ausdrucksvielfalt.com

 

Sonderförderung Salafismusprävention

Für die Sonderförderung von Projekten und Maßnahmen im Themenfeld gewaltbereiter Islamismus und Salafismus, hat das Bundesfamilienministerium im Rahmen von Demokratie leben ebenfalls zusätzlich 10.000 € zur Verfügung gestellt. Diese Mittel wurden von der Stadt Witten erfolgreich beantragt und stehen nun zur Verfügung und legen damit einen besonderen inhaltliche Schwerpunkt auf die Projektförderung 2015.

Eine Initiative aus Moscheegemeinden, Migrantenselbstorganisationen (MSO) und Kulturvereinen hat gemeinsam mit der Fach- und Koordinierungsstelle der VHS und der Stadt Witten ein interessantes Projekt- und Maßnahmenpaket geschnürt, welches sich bis zum Jahresende mit unterschiedlichen Ansätzen dem Thema Prävention, insbesondere für die Zielgruppe der Jugendlichen, widmet.

Hier eine Projektübersicht:

EBRU-Malerei - Ein künstlerischer Weg zur Prävention

Die EBRU-Malerei, häufig begleitet mit der Sufi-Musik, ist eine faszinierende Kunst und Technik des Malens auf dem Wasser. Sie steht für die friedliebende Seite des Islam und entstand vor Jahrhunderten bei den Turkvölkern in Zentralasien, ihre Blüte erreichte sie etwa im 15. Jahrhundert im Osmanischen Reich. In Europa ist diese Kunst besser bekannt als „Türkenpapier“ oder „marmoriertes Papier“.

Die Kunst des EBRU ist mit einem Geheimnis umgeben, denn die Herstellung der Arbeiten ist schwierig. Bis heute halten manche Künstler ihre Technik geheim. Faszinierend ist diese Kunst auch, weil sie ihre völlig eigenartige Form, Farbe und Struktur aus den Quellen der Natur schöpft und diese widerspiegelt. Sie ist entstanden unter dem Einfluss verschiedenster Faktoren und weder zu berechnen noch zu bändigen. Die EBRU-Malerei bietet sich gerade deshalb an, um Kunst und interreligiöses Lernen miteinander zu verknüpfen.

Das Projekt, welches im Rahmen der zusätzlichen Förderung des Bundesfamilien-ministeriums zur Prävention im Bereich Salafismus und gewaltbereiter Islamismus, will u. a. in allen vier Moscheevereinen diese Kunstrichtung anbieten. Möglichst soll dies parallel/begleitend zu deren Unterrichtszeiten (Religionsunterricht) an den Wochenenden stattfinden, damit viele Kinder und Jugendliche zwischen 12 - 17 Jahren angesprochen werden und teilnehmen können. Denn hier soll unterstrichen werden, dass die Ebru-Malerei zu den bekanntesten islamischen Künsten zählt und den traditionellen Religionsunterricht ergänzen und bereichern kann. Falls weitere Interessierte sich in einer Einrichtung zusammen finden, kann ein entsprechendes Angebot unterbreitet werden.

Weiterhin soll es bei Interesse weitere Kurse in nicht-muslimischen Einrichtungen geben, wie z. B. beim Kinderschutzbund oder auch in einer Kirchengemeinde um damit auch dort praktisch zu zeigen, dass neben dem Gebet, Fasten usw. ebenfalls die Künste im Islam einen besonderen Platz hatten und haben und nicht der Terror und sonstige Radikalisierungen. Mit dem Bild von einer anderen Kultur und Tradition wird gleichzeitig die interreligiöse/interkulturelle Kompetenz gesteigert.

Fachgespräch Salafismusprävention

Die Teilnehmer_innen sollen über  das Beratungs- und Präventionsprogramm „Wegweiser“ des Vereins für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe - Integration (IFAK e.V.) Infos und Anregungen für die Umsetzung der Salafismusprävention in der eigenen Einrichtung/Arbeitsumfeld bekommen. Das Fachgespräch soll aber nicht nur praktische Hilfe, sondern auch Wissen über die Hintergründe der Anziehungskraft, die der gewaltbereite Islamismus auf junge Menschen ausübt, vermitteln.

Darüber werden zwei Vertreter von „Wegweiser“ referieren, die zudem einen Einblick in die Praxis und Umsetzung von Präventionskonzepten geben, zum gemeinsamen Austausch und Diskussion einladen und mit den Teilnehmer_innen die Erfahrungen reflektieren.

In einem weiteren Teil werden der Kontaktbeamte für muslimische Organisation des Polizeipräsidiums Bochum, sowie der für Witten zuständige Kontaktbeamte, über die Situation und Gefährdungslage in der Region berichten.

Die aus Sondermitteln des Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit“ geförderte Veranstaltung richtet sich an pädagogische Fachkräfte,  Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den Bereichen Schule, Jugendarbeit, Migrantenselbstorganisationen, Moscheegemeinden und Kulturvereinen. 

Projekt „Gemeinsam sind wir stark“

Jugendliche aus den Moscheegemeinden in Herbede und den christlichen Kirchen sollen ein Projekt gemeinsam gestalten. Die Ev. Kirche Herbede und ihre Jugendlichen haben schon mehrfach angeregt, ein kleines Fußballfeld (Kickerplatz) auf dem Gelände der Herbeder Moscheegemeinde einzurichten zwecks gemeinsamer Freizeitgestaltung.

Diesen Gedanken aufgreifend, sollen nun die Jugendlichen der Kirchen- und Moscheegemeinden den Platz hinter dem Gebäude entsprechend gemeinsam herrichten und in den darauffolgenden Tagen feierlich und sportlich einweihen. Der Platz soll danach regelmäßig zu gemeinsamen „Kickertreffen“ der verschiedenen Gruppen genutzt werden.

Durch die Aktion sollen die sozialen Kontakte untereinander vertieft und gefestigt und Vorurteile abgebaut werden. Auch soll die nachbarschaftliche Beziehung zwischen der Ev. Kirche Witten-Herbede und der Fatih Moschee Herbede gestärkt werden.

Zielgruppe: Jugendliche und junge Erwachsene aus den Kirchen- und Moscheegemeinden und aus dem Stadtteil.

Projekt "Gewalt im Islam" 

Das Projekt "Gewalt im Islam" soll Jugendliche und Erwachsene über das Thema aufklären. Hierbei ist wichtig, keine fremden Referenten, sondern Personen zu gewinnen, die einen guten Ruf haben und auch als Vorbild von den Jugendlichen wahrgenommen werden. Hierfür konnte M.A. Esnaf Begic von der Universität Osnabrück gewonnen werden. Dieser ist dort wissenschaftlicher Mitarbeiter und als Träger des Titels "Hafiz" ein idealer Ansprechpartner und Referent. Als Hafiz  bezeichnet man im Arabischen eine muslimische Person, die den gesamten Koran auswendig gelernt hat und oft auch zu bestimmten Gelegenheiten Abschnitte daraus rezitiert.

In dem Projekt sind zwei Vorträge geplant. Ein Vortrag soll am Berufskolleg Witten stattfinden, hier speziell für die Schülerinnen und Schüler in Kooperation mit der Schule. Ein zweiter Vortrag mit anschließender Diskussion wird öffentlich in der Bosnischen Gemeinde stattfinden.

Vortrag zum Thema "Gewalt im Islam" - Projekt im Rahmen der Salafismusprävention

Das Projekt sollte anfänglich mit dem Berufskolleg Witten durchgeführt werden, was jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht umgesetzt werden konnte. Der Projektträger, das Bosnische Kulturzentrum Gemeinde Witten e.V., konnte dann mit der Holzkamp-Gesamtschule einen neuen Projektpartner gewinnen. Die Holzkamp-Gesamtschule war sofort bereit eine Veranstaltung mit der bosnischen Gemeinde durchzuführen, zumal dies nicht die erste gemeinsame Veranstaltung war. Die Religionslehrer und weitere Kollegen haben gemeinsam die Oberstufen verpflichtet an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Es waren auch einige Eltern darunter, die wegen einem anderen Termin ebenfalls zur Schule kommen mussten. Die Veranstaltung wurde auch ausführlich in der WAZ dokumentiert.

Als vorteilhaft ist die Verzahnung zu den Religionslehrern anzusehen. Diese haben das Thema "Gewalt im Islam" im Unterricht bearbeitet und die Schüler und Schülerinnen waren daher mit zahlreichen Fragen dem Referenten gegenübergetreten.

Der Referent Esnaf Begic, Dozent für Islamische Theologie der Universität Osnabrück, war als ein Glücksgriff anzusehen, da dieser in der bosnischen Community sehr angesehen ist und auf seine Aussagen viel Wert gelegt wird. Neben seinem wissenschaftlichen Abschluss kommt noch die Tatsache hinzu, dass dieser als Hafiz einen besonderen Titel trägt. Sein Wort hat unter Muslimen Bedeutung, gar eine gewisse Mächtigkeit aufzuweisen. 

Die Gesamtschule, die schnell und unkompliziert eingesprungen ist, wird als guter Partner in Erinnerung bleiben. Die Schule hat den Raum zur Verfügung gestellt, die Veranstaltung beworben und die Schüler und Schülerinnen auf das Thema vorbereitet. Und das alles ohne großartige Komplikationen, Vorbehalte und zeitlichen Spielraum. Durch die Kooperation mit der Holzkampgesamtschule konnten mehr Schüler und Schülerinnen erreicht werden. Auch durch die Berichterstattung in der WAZ ist diese Veranstaltung in die Öffentlichkeit getragen worden.

Das Projekt wurde zu einem vollen Erfolg. Einen zweiten Vortrag in der Gemeinde wurde wegen des Zeitmangels nicht mehr realisiert. Doch konnten der Projektträger und der Referent sich einigen, eine zweite Veranstaltung im kommenden Jahr (2016) in der Gemeinde durchzuführen.

Rückblick auf das Fachgespräch zur Salafismusprävention

Angesichts der Anschläge in Paris hatte das Fachgespräch zur Problematik des gewaltbereiten Islamismus und Salafismusprävention am 16.11.15 in der Jugendeinrichtung Treff eine besondere Brisanz. Die teilnehmenden 20 pädagogischen Fachkräfte aus den Bereichen Schule, Jugendarbeit, Integration, Schulsozialarbeit, Moscheevereinen und Bildungsinstitutionen standen noch deutlich unter dem Eindruck der aktuellen Eskalation des islamistischen Terrors. Um so wichtiger war es den Blick auf die Möglichkeiten und Strategien zu lenken, junge Menschen im Vorfeld einer möglichen Radikalisierung zu erreichen und präventiv mit der Gefahr des Abrutschens in die gewaltbereite islamistische Szene umzugehen. So gab es zum Einstieg eine Einschätzung der Abteilung Staatsschutz des Polizeipräsidiums Bochum der salafistischen Szene. Die ernüchternde Botschaft ist, dass es zwar momentan keine konkreten Hinweise auf Anschläge in der Region gibt, aber die Gefahr grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden kann. So skizzierte der Referent an konkreten Beispielen vornehmlich die Art und Weise, bzw. den Weg, auf dem junge Männer, aber auch eine zunehmende Zahl von jungen Frauen, in diese Szene hinein geraten. Einen Einblick in die praktische Arbeit im Rahmen der Salafismusprävention gaben zwei Mitarbeiter der Beratungsplatform Wegweiser aus Bochum. Im Austausch der Fachkräfte wurden die präventiven Möglichkeiten und die konkreten Wege bei der Arbeit mit gefährdeten jungen Menschen und Ausstiegswilligen, die sich bereits im Netz salafistischer Gruppen verfangen haben, erörtert.
Das Format, sich dem Thema im Rahmen eines Fachgespräches zu nähern, wurde von den Teilnehmenden begrüßt und darauf hingewiesen, dass es weiterhin einen großen Bedarf gibt, sich mit der Prävention im Bereich Salafismus auseinander zu setzen.

Projekt „Gemeinsam sind wir stark!“

Die DITIB Türkisch Islamische Gemeinde zu Herbede e.V. setzte im Rahmen der Sonderförderung "Salafismusprävention" des Bundesprogramms „Demokratie Leben!" das Projekt "Gemeinsam sind wir stark!" um.

Im Rahmen dieses Projektes wurde ein Fußballplatz und Gemeinschaftsfeld auf dem Grundstück der Gemeinde erbaut. Das Ziel des Projektes ist Personen, und vor allem Jugendliche, verschiedener Kulturen und Religionen zusammenzubringen, Vorurteilen vorzubeugen und so Prävention im Bereich des gewaltbereiten Islamismus und Salafismus zu leisten.
Als Kooperationspartner konnten Jugendliche der bosnischen Gemeinde, der DITIP Gemeinde Witten und der Ev. Kirchengemeinde Herbede gewonnen werden.

Anlässlich des Projektes fand am 15.11.15 ein Projekttag statt. An diesem Tag wurden gemeinsam die letzten Handgriffe getätigt um das Projekt fertig zu stellen. Dabei wurden die Fußballtore aufgestellt und die Netze eingehängt. Anschließend wurde das Spielfeld mit einem kleinen Eröffnungsturnier eingeweiht. Jede Gemeinde war aufgefordert ein Team aufzustellen. Dabei spielte das Alter und Geschlecht keine Rolle – der Spaß stand an erster Stelle.
Im Vordergrund des Projektes stand das Durchführen der Aktion und Umsetzung des Projekts als eine interreligiöse Kooperation, die auf dem Gemeinschaftsfeld auch künftig gemeinsame Aktionen durchführen möchte. 

"Erfreulich an dem Projekt ist, dass hier Gruppen von Jugendlichen und Erwachsenen zusammen kommen, die vorher kaum Berührungspunkte hatten und durch die gemeinsamen Aktivitäten nun in einem engeren Kontakt und Austausch stehen", sieht der städt. Koordinator des Bundesprogramms Michael Lüning diese Kooperation auch als gelungene Prävention hinsichtlich möglicher Radikalisierungstendenzen. "Wer sich begegnet, kennenlernt und gemeinsam Sport treibt, weiß mehr über die Interessen und Beweggründe des Anderen und wird eher aufmerksam auf eine mögliche Hinwendung zu radikalen, salafistischen Haltungen".

EBRU-Malerei - Ein künstlerischer Weg zur Prävention

Die EBRU-Malerei, häufig begleitet mit der Sufi-Musik, ist eine faszinierende Kunst und Technik des Malens auf dem Wasser. Sie steht für die friedliebende Seite des Islam und entstand vor Jahrhunderten bei den Turkvölkern in Zentralasien, ihre Blüte erreichte sie etwa im 15. Jahrhundert im Osmanischen Reich. In Europa ist diese Kunst besser bekannt als „Türkenpapier“ oder „marmoriertes Papier“.

Die Kunst des EBRU ist mit einem Geheimnis umgeben, denn die Herstellung der Arbeiten ist schwierig. Bis heute halten manche Künstler ihre Technik geheim. Faszinierend ist diese Kunst auch, weil sie ihre völlig eigenartige Form, Farbe und Struktur aus den Quellen der Natur schöpft und diese widerspiegelt. Sie ist entstanden unter dem Einfluss verschiedenster Faktoren und weder zu berechnen noch zu bändigen. Die EBRU-Malerei bietet sich gerade deshalb an, um Kunst und interreligiöses Lernen miteinander zu verknüpfen.

Das Projekt, welches im Rahmen der zusätzlichen Förderung des Bundesfamilienministeriums zur Prävention im Bereich Salafismus und gewaltbereiter Islamismus finanziert wird, will u. a. in allen vier Moscheevereinen diese Kunstrichtung anbieten. Möglichst soll dies parallel/begleitend zu deren Unterrichtszeiten (Religionsunterricht) an den Wochenenden stattfinden, damit viele Kinder und Jugendliche zwischen 12 - 17 Jahren angesprochen werden und teilnehmen können. Denn hier soll unterstrichen werden, dass die Ebru-Malerei zu den bekanntesten islamischen Künsten zählt und den traditionellen Religionsunterricht ergänzen und bereichern kann. Falls weitere Interessierte sich in einer Einrichtung zusammen finden, kann ein entsprechendes Angebot unterbreitet werden.

Weiterhin soll es bei Interesse weitere Kurse in nicht-muslimischen Einrichtungen geben, wie z. B. beim Kinderschutzbund oder auch in einer Kirchengemeinde um damit auch dort praktisch zu zeigen, dass neben dem Gebet, Fasten usw. ebenfalls die Künste im Islam einen besonderen Platz hatten und haben und nicht der Terror und sonstige Radikalisierungen. Mit dem Bild von einer anderen Kultur und Tradition wird gleichzeitig die interreligiöse/interkulturelle Kompetenz gesteigert.

Einige Termin haben schon stattgefunden. Im November und Dezember finden aber weitere Veranstaltungen statt. Hier eine Übersicht:

07.11.2015, 14.00-17.00, Kinderschutzbund, Konrad-Adenauer-Straße 17C, 58452 Witten

08.11.2015, 14.00-17.00, Familiensonntag der Wittener Werkstadt, Mannesmannstraße 6, 58455 Witten

02.12.2015, 09.00-11.00, KIZ (Elternbegleiter), Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben.

13.12.2015, 14.00-17.00, Familiensonntag der Wittener Werkstadt, Mannesmann-straße 6, 58455 Witten