Es ist ein besonderes Ehrenamt, für das sich Bürgermeisterin Sonja Leidemann am letzten Freitag bei Fahriye Bolulu bedankte: Als „Grüne Dame“ kümmert sich die in der Türkei geborene Sechzigjährige seit 23 Jahren im Evangelischen Krankenhaus um die Wünsche und Nöte der türkischstämmigen Patienten. Für ihre große Hilfsbereitschaft und ihr vorbildliches Engagement ist Bolulu nun am Montag, 7. November, von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit dem Verdienstorden des Landes NRW ausgezeichnet worden.
Fahriye Bolulu kam 1981 mit ihrem Mann aus der Türkei, wo das Paar in Istanbul lebte, nach Deutschland. „Wir wollten es hier probieren“, hatten sie nach einem Besuch der Schwester in Dortmund entschieden. Der Sohn ging in den Kindergarten. Ihr Mann, ein Lehrer, unterrichtete türkische Kinder an verschiedenen Wittener Schulen in ihrer Muttersprache. „Und ich saß zuhause und konnte kein Deutsch.“ Sie habe viel geweint und „ich hatte Angst, allein rauszugehen“. Doch Fahriye Bolulu hatte Glück. Ihre deutschen Nachbarn seien nett und hilfsbereit gewesen. Und weil es eigentlich nicht ihr Ding ist, nur Hausfrau zu sein – in der Türkei hatte sie als Beamtin gearbeitet – fand sie 1985 am Ev. Krankenhaus eine neue Aufgabe.
„Ich konnte helfen und dazu beitragen, dass sich türkische Patienten im Krankenhaus wohl fühlen“, sagt sie. Schließlich habe es gerade bei der ersten Generation Probleme wegen fehlender Deutschkenntnisse gegeben. „Wir müssen die deutsche Sprache lernen und nicht in einem Ghetto leben. Und wir müssen tolerant sein.“ Das bedeute für sie, die nie ein Kopftuch getragen, aber auch nie einen richtigen Sprachkurs besucht hat, Integration.
Foto: Bürgermeisterin Sonja Leidemann (r) und Integrationsbeauftragte Claudia Formann (l) dankten Fahriye Bolulu (m) für ihre große Hilfsbereitschaft und ihr vorbildliches ehrenamtliches Engagement
(jf - 14/11/2011)
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