Unsere Volkswirtschaft ist wie keine andere in Europa von gut ausgebildeten Menschen abhängig. Nicht nur unser persönliches Einkommen basiert auf der Güte unserer Bildung, auch die Zukunft unseres Sozialsystems hängt von anspruchsvollen Arbeitsplätzen ab. Nur durch eine qualitätsvolle Ausbildung lassen sich diese in unserem Land halten und nur so bleibt das Sozialsystem finanzierbar.
Seit 2008 gehen wir in Witten daher neue Wege, um Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund bessere Chancen in der Schulausbildung und auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Als Dezernentin auch für die Wirtschaftsförderung setze ich auf das Projekt „Kontrakt-Unternehmen für Bildung“, das unter der Leitung der Integrationsbeauftragten unserer Stadt, Claudia Formann, mit Unterstützung der Volkshochschule und dem Verein Lernimpuls e.V. auf den Weg gebracht wurde.
Ziel des Projekts ist die Förderung von Jugendlichen an Wittener Haupt- und Gesamtschulen, deren Herkunftsfamilien zugewandert sind. Unternehmen und Organisationen können für Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse eine Patenschaft in Form eines Bildungsstipendiums übernehmen. Der monatliche Spendenbetrag ab 50 Euro pro Patenkind wird dazu genutzt, den jungen Lernenden genau die Bildung und integrationsfördernden Maßnahmen zukommen zu lassen, die sie benötigen. So können beispielsweise Nachhilfen, eine individuelle Hausaufgabenbetreuung, der Deutschunterricht, aber auch Freizeitangebote gefördert werden.
Erster Erfolg und Blick in die Zukunft
Im Juli dieses Jahres hat Kontrakt erstmals Schützlinge aus seiner Obhut entlassen können. Fünf von vierzehn Jugendlichen fanden einen Ausbildungsplatz, zwei schafften den Realschulabschluss und sechs absolvierten die Hauptschule nach der 10. Jahrgangsstufe. Noch im Programm sind 44 Kinder, die von 34 Paten betreut werden. Derzeit liegen uns 39 Bewerbungen für eine Neuaufnahme vor, doch nur zwölf Interessenten können in das Förderprogramm aufgenommen werden.
Ich wünsche mir, dass sich dieses Projekt als dauerhaftes Angebot für Jugendliche in der Schulausbildung in Witten etabliert. Es wäre großartig, wenn alle Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf - unabhängig von ihrer Herkunft - einen Paten an ihrer Seite hätten.
Ihre Sonja Leidemann

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