In dem 2008 gestarteten Projekt „Kontrakt“ haben 36 Wittener Unternehmen Patenschaften für aktuell 66 Jugendliche übernommen, die von der Schulklasse 8 bis 10 umfassend unterstützt werden. Die Paten zahlen für jeden Jugendlichen 50 Euro im Monat. Davon werden Nachhilfestunden, Bewerbungstraining und mehr finanziert. Manche Firmen fördern durch den finanziellen Beitrag, andere bieten den Jugendlichen zusätzlich Praktika und Ferienjobs mit Aussicht auf einen späteren Ausbildungsplatz im Unternehmen an.
Was mich besonders freut: Sechs Jugendliche haben einen Ausbildungsplatz gefunden, drei die Qualifikation zum Erwerb des Fachabiturs geschafft, andere gehen weiter zur Schule. Von 16 Hauptschülern aus Zuwanderungsmilieus, die in der ersten Phase des Patenschaftsprojektes "Kontrakt" teilgenommen haben, steht nach dem Schulabschluss keiner auf der Straße.
Drei Jahre lang wurde das Projekt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. Nun entfällt die Förderung. Folglich sind wir jetzt ausschließlich auf Spenden angewiesen, um „Kontrakt“ weiterzuführen. Und es gelingt: Zwölf Jugendliche konnten in die neue Gruppe der Patenkinder aufgenommen werden. Diese jungen Menschen werden von Wittener Betrieben drei Jahre lang finanziell gefördert. Mit 5.000 Euro der Firma Deichmann und weiteren 5.000 Euro von Luhn und Pulvermacher kann Kontrakt in verschlankter Form fortgesetzt werden.
Der Wegfall der Förderung gibt uns mehr Gestaltungsfreiraum. Zum Beispiel ist ein „Migrationshintergrund“ als Zugangsvoraussetzung nicht mehr notwendig. Dies bedeutet, dass auch Jugendliche ohne ausländische Wurzeln, die dringend auf Hilfe in der Ausbildung angewiesen sind, Patenkinder werden können.
Ich hoffe, dass sich in naher Zukunft noch mehr Unternehmen finden, die sich in dem erfolgreichen Projekt „Kontrakt“ für bessere Ausbildungschancen von Jugendlichen engagieren. Die Stadt Witten, ihre Kooperationspartner und Wittener Unternehmen unterstützen damit eine gemeinsame Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit und das Abrutschen junger Menschen in eine gesellschaftliche Orientierungslosigkeit. Bitte sprechen Sie mich bei Interesse an!
Ihre Sonja Leidemann

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