Die Stadtverwaltung hat am Montag (14.05.) den Haushalt 2012 zusammen mit dem Entwurf eines Sanierungsplanes in den Rat eingebracht. Der Sanierungsplan ist zunächst einmal eine notwendige Voraussetzung dafür, dass Witten vom „Stärkungspakt" des Landes NRW profitieren kann und bis 2016 jährlich rund 7,2 Millionen Euro nach Witten fließen. In letzter Konsequenz hängt von seiner Verabschiedung sogar ab, ob Witten seine kommunale Selbstverwaltung noch behalten kann. „Ohne die Zustimmung der Politik gehen hier die Lichter aus", brachte Bürgermeisterin Sonja Leidemann es in einer dramatischen Haushaltsrede auf den Punkt. Nun beginnt der politische Beratungsprozess. Zunächst kommt das Thema am 18. Juni in den Haupt- und Finanzausschuss. Die Entscheidung fällt am 25. Juni in der nächsten Ratssitzung.
Wo soll gespart werden?
Kernelement des Sanierungsplanes ist die rigorose Senkung des Verwaltungsaufwandes insbesondere durch den sozial verträglichen Abbau von Stellen. Bis zum Jahr 2021 werden – überwiegend altersbedingt - etwa 400 Menschen aus dem Dienst der Stadt ausscheiden: „Nur der kleinere Teil davon kann wieder besetzt werden", erklärt Stadtkämmerer und Personaldezernent Matthias Kleinschmidt. Weitere Schwerpunkte des Sanierungsplans sind jährliche Ausschüttungen der städtischen Töchter Stadtsparkasse und Stadtwerke in Millionenhöhe, die Senkung des Jugendhilfeaufwandes unter Berücksichtigung des demographischen Wandels sowie die Erhöhung der Vergnügungssteuer, der Grundsteuern A und B und der Gewerbesteuer.
Sind die Ziele erreichbar?
Der Sanierungsplan sieht erstmals im Jahr 2016 einen ausgeglichenen Haushalt (ohne neue Schulden) vor. Ab 2020 soll mit dem Abbau der Schulden begonnen werden. Sonja Leidemann fordert zur Absicherung und Konsolidierung die strikte Einhaltung des Konnexitätsprinzips, an das sich Bund und Land bislang nicht halten: „Wenn neue Aufgaben auf die Stadt übertragen werden, müssen Bund und Land auch die Kosten dafür tragen." Die Stadt müsse jährlich etwa 20 Millionen Euro zusätzlich für Aufgaben aufbringen, die ohne ausreichende Gegenfinanzierung beschlossen wurden.
Gleichwohl sehen Bürgermeisterin und Stadtkämmerer keine vernünftige Alternative zur Verabschiedung eines Sanierungsplanes. Kommt die Stadt ihrer Verpflichtung nicht nach oder werden die angestrebten Ziele nicht erreicht, droht Witten die Einsetzung eines Sparkommissars und der Verlust seiner kommunalen Selbstverwaltung.
Die Beiträge zum Haushalt im Wortlaut
Hier finden Sie die Haushaltsrede von Bürgermeisterin Sonja Leidemann , die Präsentation des Sanierungsplanes von Stadtkämmerer Matthias Kleinschmidt und Beiträge vom Ersten Beigeordneten Frank Schweppe und Stadtbaurat Markus Bradtke aus einer öffentlichen Informationsveranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger nach der Ratssitzung.
In einer öffentlichen Veranstaltung informierte die Spitze der Stadtverwaltung am 23. Februar rund um den Haushalt und den Stärkungspakt. Im Folgenden finden interessierte Bürgerinnen und Bürger nicht nur die Präsentation vom 23. Februar, sondern auch sämtliches Material zum Haushaltsplanentwurf 2012.
„Erst 2010 haben wir ein Haushaltssicherungskonzept verabschiedet, das weitere schmerzliche Einschnitte bedeutete, um 12 Mio Euro jährlich einzusparen", blickte Bürgermeisterin Sonja Leidemann bei der Einbringung des Haushaltes 2012 aufs Vorjahr zurück. Seither gab es verstärkte Appelle zahlreicher Kommunen, die die Landesregierung aufforderten, die Städte finanziell bei der Erfüllung ihrer vielfach vom Land übertragenen Aufgaben zu unterstützen. Zugleich haben Wittener Politik und Verwaltung zahlreiche Sparmaßnahmen umgesetzt – „wie Sie sehen, sind wir auf dem Weg", so Sonja Leidemann über den geforderten Sparkurs.
Trotzdem sei die Stadt nach wie vor in einer schwierigen Situation: Witten wisse noch nicht, welche „Freuden" der so genannte Stärkungspakt der Landesregierung für die Stadt brächte, und „derzeit fehlt uns die Phantasie, wie wir mit noch härteren Maßnahmen womöglich eine Einsparung von 15 Mio Euro jährlich bewerkstelligen sollen", so Leidemann. Priorität vor jeder Haushaltssanierung habe deshalb der eingeschlagene Weg der Haushaltssicherung.
Die Reden von Bürgermeisterin Leidemann und Stadtkämmerer Matthias Kleinschmidt zur Einbringung des Haushaltes 2012 finden Sie hier als Downloads. Ebenso die Grafiken von Kämmerer Kleinschmidt und die Präsentation des Stadtbaurates.
(27/09/11 – lk)
„Wir stellen dort alles ein, was nicht rechtswidrig ist.“, erläutert Stadtkämmerer Matthias Kleinschmidt das Verfahren. Ab sofort können Interessierte die veröffentlichen Sparvorschläge einsehen, mit ihren eigenen Ideen ‚abgleichen’ oder/und sich zu eigenen Anregungen inspirieren lassen. Noch bis zum 16. März nimmt die Kämmerei die Sparvorschläge der Bürger entgegen, um sie an die zuständigen Fachämter weiterzuleiten und dort in Verwaltungsvorlagen für die politischen Fachausschüsse ein- bzw. umarbeiten zu lassen. Am Ende der Beratungen in den Fachausschüssen muss der Rat in seiner Sitzung am 25. Juni über den Haushalt und den Sanierungsplan entscheiden.
Damit dieses ambitionierte Vorhaben, das stark auf das Engagement der Bürgerinnen und Bürger setzt, schließlich auch zu deren Zufriedenheit gelingt, hat die Stadt Witten im Internet umfangreiche Informationen bereit gestellt. Hier steht nicht nur die Präsentation vom 23. Februar bereit, sondern auch sämtliches Material zum Haushaltsplanentwurf 2012.
Hinweis: Das Online-Formular steht ab dem 16.03. nicht mehr zur Verfügung. Sie können aber gerne Ihre Vorschläge postalisch oder per Email senden.
Sparvolumen mindestens 3 Millionen !Der geplante An- und Umbau des Märkischen Museums zu einem Kultur- und Wissenszentrum würde neue Schulden mit langjährigen Zins- und Zinseszinszahlungen bedeuten. Nach Angaben des Kulturforums beliefen sich die Kosten auf mindestens 2,64 Millionen €. Berechnungen [mehr]
Sehr geehrte Damen und Herren, auch ich möchte ein paar Vorschlage machen, bei dem die Stadt evtl. Einnahmen steigern bzw. Ausgaben senken kann. - Grundsätzlich: breite Schultern sollten mehr belastet werden als schmale! - Denkbar wäre: moderate Erhöhung der Grundsteuer B - bei allen Kulturvera[mehr]
Hallo, auf diesem Wege ein Nachtrag zu den Sparvorschlägen, da die angegebene Email nicht funktioniert:I: Laternen in den AußenbezirkenDie Straßenleuchten sollten von 23 bis 6 Uhr ausgeschaltet werden. Wer danach noch unterwegs ist, kann sicherlich eine Taschenlampe bedienen... Außerdem würde es die[mehr]
Sehr geehrter Herr Kleinschmidt,Hiermit übersende ich Ihnen meinen Beitrag als Wittener Bürger um den Haushalt zu konsoldieren und nach Möglichkeit dieses ohne einen weiteren Stellenabbau zu verwirklichen.Wie ich aus den Nachrichten vom 20.03.2012 entnehmen konnte, wollen die Energiekonzerne die Kos[mehr]
Sehr geehrte Damen und Herren, ehrlich gesagt habe ich mich nicht getraut, diesen Vorschlag namentlich auf Ihrer Internetseite einzureichen. Dazu ist er einfach zu unpopulär. Aber genug der Vorrede. Ich tituliere meinen Vorschlag mal: "Verringerung der Reinigungskosten für öffentliche Flächen[mehr]
Sparvorschlag über jährlich 75.190 € 1. Die gebotene Sanierung kann in Eigenregie (Kulturforum und Stadt) erfolgen. Die Planungs- und Baubegleitungskosten lassen sich so um ca. 20% reduzieren. 2. Die von Herrn Lehmann bereits durchgeführte Sanierung im 1.OG auf 448 von 2222 m² (für 10 Jahre fest[mehr]
Monatliche Gebühr für Anwohnerparker auf städtischen StraßenHausbesitzer, die für sich und ihre Mieter nicht für jede Wohneinheit in ihrem Hause einen Autoabstellplatz auf ihrem zum Haus gehörenden Gelände nachweisen können, sollten für jeden fehlenden Autoabstellplatz monatlich an die Stadt eine Ge[mehr]
Sämtliche Ampelanlagen bei niedrigem Verkehrsaufkommen abschalten.z.B. unter der Woche zwischen 22 und 6Uhr; oder sonntags kleinere Kreuzungen.Ampeln sind sinnvoller Weise wegen dem hohen Verkehrsaufkommen installiert worden. Wenn das Verkehrsaufkommen nachts jedoch so gering ist, wie in den 50er Ja[mehr]
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, sehr geehrte Damen und Herren,anbei noch drei weitere Vorschläge mit unerschiedlichem Wirkungsgrad:1.) Einführung Cash-Pooling (Zusammenfassung von Konten mit Guthaben und Konten mit Schulden, um Zinsbelastung zu senken)2.) Erhöhung Parkgebühr um moderaten Preis (2[mehr]
Hallo liebe Stadt Witten,an den Ampelschaltungen in der Nacht lässt sich sicherlich ein wenig einsparen.Angeschaltete Ampel in Stockum unter Woche zwischen 24:00 und 04:00Uhr sind sicherlich nicht notwendig, ebenso in der Sprockhöveler Straße. Manuel P.[mehr]
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