Nicht allein zu Hause sein: Familien- und Krankenpflege im Salinger Feld

Birgit Böcker besucht Elly Müller

„Wir möchten den Bürgerinnen und Bürgern gerne die Angebote für ältere Menschen in der Stadt bewusst machen“. Das Anliegen hat Birgit Böcker vom Seniorenbüro im letzten Jahr zu einer Tour durch alle neun Wittener Altenpflegeheime veranlasst. Jetzt will sie ihre Erlebnisberichte nach Besuchen in weiteren Einrichtungen  fortsetzen. Los geht es mit den Tagespflegeeinrichtungen, aktuell die Tagespflege der Familien- und Krankenpflege im Salinger Feld. Hier ihr Bericht: 

„Elly Müller (Foto) ist 87 Jahre, zum Gehen braucht sie einen Stock. Eine Zeit war sie auf den Rollstuhl angewiesen, aber der steht jetzt in der Garage. Sie besucht die Tagespflegeeinrichtung im Salinger Feld 22 jeden Donnerstag. Darauf freut sie sich immer, denn dort gibt es Abwechslung und Gemeinschaft in familiärer Atmosphäre. 

Zurzeit geht es ihr ganz gut, aber sollte es mal schlechter werden, kann sie sich auch vorstellen, mehrere Tage die Woche zu kommen. Das gemeinsame Frühstück genießt sie sehr, denn zu Hause isst sie meist allein. Sie lebt bei der Familie ihres Sohnes und übernimmt gern noch ein paar Hausarbeiten, aber viel geht nicht mehr. Einmal in der Woche trifft sie sich mit einer Freundin und shoppen geht sie auch noch gern. 

Nach unserem Gespräch, das Elly Müller gern mit Geschichten füllt, wobei es schon lecker nach den Vorbereitungen zum Mittagessen riecht - von der Köchin jeden Tag frisch zubereitet - gehen wir gemeinsam in die Singrunde. Sie wird gut besucht und vom Geschäftsführer Volker Rumpel mit der Gitarre begleitet. Nach ein paar Liedern findet der Besuch bei Elly Müller ein harmonisches Ende.“ 

Nach ihrem Besuch zieht Birgit Böcker ihr Fazit: „Menschen, die viel allein sind und allein nicht mehr raus können, finden in dieser freundlichen Atmosphäre wieder Spaß beim gemeinsamen Essen und auch Singen. Es ist ein wichtiger Baustein, damit die Menschen trotz Pflegebedürftigkeit zu Hause weiterleben können.“ 

Tagespflege im Salinger Feld 22

 Das freistehende Haus ist mit einem schönen Garten umgeben, der im Sommer gern genutzt wird. Montags bis freitags können von 8 bis 16 Uhr bis zu 14 Besucher betreut werden. An den einzelnen Tagen treffen sich dort die unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Interessen. Sie werden in der Regel mit dem eigenen Kleinbus abgeholt und zurückgebracht. Jeder Besucher kann nach seinen Möglichkeiten an den Angeboten teilnehmen, sei es durch Zeitung lesen, Gedächtnistraining oder Basteln. Und wenn jemand nicht möchte, wird auch das akzeptiert.   

 Für Nachfragen steht Susanne  Ketteler unter der Rufnummer  (02302) 70 70 633 zur Verfügung, weitere Informationen sind unter www.familien-krankenpflege-witten.de  zu finden. Ein Probebesuch ist möglich.

Foto: Jörg Fruck
(BB/jk – 30/03/10)

Nicht allein zu Hause sein: Chelonia Tagespflege in Heven

„Wir möchten den Bürgerinnen und Bürgern gerne die Angebote für ältere Menschen in der Stadt bewusst machen“. Das Anliegen hat Birgit Böcker vom Seniorenbüro im letzten Jahr zu einer Tour durch alle neun Wittener Altenpflegeheime veranlasst. Jetzt will sie ihre Erlebnisberichte nach Besuchen in weiteren Einrichtungen  fortsetzen. Los geht es mit den Tagespflegeeinrichtungen, aktuell die Tagespflege von Chelonia am Hellweg in Heven. Hier ihr Bericht: 

„Anton Strehl (Foto) ist 82 Jahre, zum Gehen braucht er eine Hilfe. Seit einem Schlaganfall 2002 ist er halbseitig gelähmt. Er ist verheiratet und hat nach dem Schlaganfall nur noch zu Hause gesessen. Auf Anregung seiner Frau hat er einen Probetag in der Einrichtung gemacht und ist dort geblieben, erst nur ein bis zwei Tage pro Woche. Nun ist er schon fünf Jahre dort und kommt mittlerweile vier mal die Woche.  

Die Gemeinschaft und das Umsorgen in der Tagespflege haben ihm gut getan, ist er doch ein fröhlicher Mensch und immer zu einem Spaß aufgelegt. Die Angebote nimmt er gern wahr, so spielt er regelmäßig ‚Mensch ärger dich nicht’,  liest die Zeitung und nimmt auch immer am Gedächtnistraining teil. 

Bis 2000 war Anton Strehl als Architekt / Ingenieur selbständig. Er wollte schon früh aufhören, hat dann aber doch bis 70 Jahre gearbeitet. Da er früher sehr aktiv war, ist ihm nach der Krankheit das Nichtstun sehr schwer gefallen. Jetzt genießt er es und schaut gern auch mal bei Aktivitäten zu.  

Das Essen in der Tagespflege von Chelonia wird jeden Tag angeliefert und an den liebevoll gedeckten Tischen serviert. Nachmittags gibt es Kuchen. Am Hellweg in Heven kommen an den einzelnen Tagen immer wieder andere Menschen miteinander in Kontakt. Die meisten von ihnen werden mit dem eigenen Kleinbus geholt und gebracht. Jeder Besucher kann die Angebote nach seinen Möglichkeiten nutzen.“ 

Nach ihrem Besuch zieht Birgit Böcker ihr Fazit: „Menschen, die viel allein sind und allein nicht mehr raus können, finden in dieser freundlichen Atmosphäre wieder Spaß beim gemeinsamen Essen und auch Spielen. Es ist ein wichtiger Baustein, damit die Menschen trotz Pflegebedürftigkeit zu Hause weiterleben können.“ 

Tagespflege am Hellweg 50 

Die Tagespflege von Chelonia am Hellweg 50 - neben dem Aldi-Markt - ist an ein „betreutes Wohnen“ angegliedert. Montags bis freitags können bis zu 20 Besucher zwischen 7 und 16.30 Uhr dort die Angebote nutzen. Ein Probebesuch ist natürlich möglich. Für Nachfragen steht Stefanie Jobs unter der Rufnummer (02302) 58 98 413 zur Verfügung.

(BB/jk – 30/03/10)

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