News Einzelansicht  - Stadt Witten

Gleichstellung

Vernissage im Museum: Kunstinteressierte sind Freitagabend herzlich eingeladen!

Besuchen Sie „Hymne“ an die Jungen“ bis zum 22. September! Foto: Jörg Fruck

Das Märkische Museum Witten (Husemannstr. 12) eröffnet am Freitag, 14. Juni, um 19 Uhr die neue Ausstellung „Hymne an die Jungen“, die bis zum 22. September zu sehen sein wird. Zur Vernissage sind Kunstinteressierte wie immer ganz herzlich eingeladen!

Bis 22. September zu sehen: „Hymne an die Jungen“

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf diese Zeilen, die der Soester Maler Hans Kaiser, begeistert vom Wiedererstarken der Malerei in Deutschland, in seinem Todesjahr 1982 schrieb:

„Ihr

Die ihr die Tür von neuem aufgerissen habt

Ihr bedeutet mir ein Stück Glück

Schaut nicht nach links

Schaut nicht nach rechts

Geht euren Weg …“

 

Gerade hatte Kaiser im Essener Museum Folkwang die Ausstellung „10 Junge Künstler aus Deutschland“ besucht und war angetan von der freien und ungezwungenen Kunst der sogenannten ‚Neuen Wilden‘, die die Kunstszene mit ihrer subjektiven und provokanten Bildsprache eroberten. Mit ihrem Schaffen, das er abseits der Mode wähnte, bedeuteten die jungen Künstler ihm "ein Stück Glück".  

Die Ausstellung …

…wirft,  Kaisers Hymne aufgreifend, einen Blick auf die heutigen „Jungen“. Versammelt sind sechs Künstlerinnen und Künstler, deren Anliegen auch gegen den Trend zuallererst die Kunst selbst ist. In der Zusammenschau wird Kaisers vielfältiges Werk mit unterschiedlichen Positionen gegenwärtigen Kunstschaffens konfrontiert.  Die Ausstellung ist kuratiert von der Berliner Kunsthistorikerin Cora Waschke.

Die „jungen“  Künstler…

… sind Shahin Afrassiabi (*1963 in Teheran/Iran; lebt in London/England und Granada/Spanien), André Butzer (*1973 in Stuttgart; lebt in Altadena, Kalifornien/USA), Ben Cottrell (*1972 in Cornwall/ England, lebt in Berlin), Ina Johanna Götte (lebt in Berlin), Thomas Helbig (*1967 in Rosenheim; lebt in Berlin), Hans Kaiser (*1914 in Bochum; † 982 in Soest), Gerard Kever (*1956 in Kohlscheid bei Aachen; lebt in Köln), Jana Schumacher (*1983 in Bonn; lebt in Hamburg).

Die in der Ausstellung in Bezug zu Werken von Hans Kaiser gezeigten ‚jungen’ Künstlerinnen und Künstler stehen mit ihrem Werk zu der Feier des Jungen, dem Markt des Neuen und dem Blick auf das Alte in unterschiedlichen Beziehungen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie scheinbar nicht versucht sind relevant zu erscheinen, indem sie sich dem ‚Neuen’ in Form digitaler oder netzbasierter Kunst verschreiben, noch indem sie gesellschaftspolitische Themen illustrieren würden. Vielmehr bleibt ihr Fokus auf dem künstlerischen Werk unter Einbezug sowohl alter wie neuer Medien, Darstellungsweisen oder Erscheinungsformen. Was sich hier auch vom und für das Leben ableitet, es geschieht innerhalb der Sphäre der Kunst. Wer so arbeitet, stellt sich den Unwägbarkeiten der Kunst, etwa den Fragen nach Qualität, Sinn und Durchhaltevermögen ohne Netz und doppelten Boden.

Hans Kaiser, …

…1914 geboren, war er nach der inneren Emigration während der Nazizeit bereits kein junger Künstler mehr, als er sich an zurückliegenden Stilen übte und sich schließlich 1951 auf seiner ersten Parisreise die dortige Moderne erschloss. In den Pressereaktionen der gerade erst erfolgten Einzelausstellungen in Hamm und Münster war er als „Meister der Farbe und Form“ und Autodidakt gefeiert worden. Vom jungen westen wurde er dort im gleichen Zuge abgegrenzt, obwohl er mit dieser Künstlergruppe, wie überhaupt mit Künstlern und Intellektuellen in regem Austausch stand – insbesondere mit Emilio Vedova und Anthony Thwaites. Kaiser verzichtete nach diesen Erfahrungen acht Jahre lang weitestgehend darauf, seine Arbeiten auszustellen, um in Ruhe zu einem eigenen Ausdruck zu gelangen. Bereits Ende der 1950er Jahre entstanden die „Losschreibungen“. Kaiser löste sich damit von der Figuration und fand zu den evokativen skripturalen Zeichen, die sein Werk fortan bestimmten.

Wie die ‚jungen Künstler’ mit ihren wilden Gesten für Kaiser „die Tür von neuem aufgerissen“ haben, so wird er sicherlich auch an seinen eigenen persönlichen Durchbruch innerhalb der Malerei zurück erinnert.

Öffnungszeiten des Museums

Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei. Öffnungszeiten des Märkischen Museums: Mi. und Fr. bis So. von 12 bis18 Uhr, Do. 12 bis 20 Uhr. Bei Vorträgen und Veranstaltungen in den Sammlungsräumen können die Video- und Klanginstallationen nicht besichtigt werden. Der Eintritt ins Museum beträgt 4 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre haben freien Eintritt. Am 1. Sonntag eines Monats ist der Eintritt ins Museum frei.

(  )