Aktuelles Inklusion  - Stadt Witten
Behindertenkoordinatorin Ines Großer mit Kind

Auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft: Inklusionsplan für Witten verabschiedet

Ausschnitt aus dem Deckblatt des Inklusionsplans. Stilisierte Figuren, die sich die Hand reichen sowie der Titel

90 Seiten, 58 Maßnahmen in 8 Handlungsfeldern: Der Inklusionsplan der Stadt Witten ist fertig und wurde am 31. August vom Rat der Stadt bestätigt. Das Ziel: Menschen mit Behinderungen sollen gleichberechtigt und möglichst selbstbestimmt an allen Lebensbereichen in der Gesellschaft teilhaben können. Die Zahl der Betroffenen überrascht: Etwa ein Viertel der Wittenerinnen und Wittener haben eine anerkannte Behinderung.

„Der Weg in eine inklusive Gesellschaft erfordert einen gesellschaftlichen Wandel, der nicht einfach und auch nicht von heute auf morgen zu bewältigen ist“, sagt Bürgermeisterin Sonja Leidemann. Zugleich sieht sie die Stadt Witten auf einem guten Weg.

Denn einige der Maßnahmen sind bereits umgesetzt oder laufen derzeit. So werden aktuell Bahnsteige der Straßenbahn so umgebaut, dass im Herbst dort die neue Variobahn mit ihrem ebenerdigen Einstieg halten kann. Zur Rathaussanierung gehört ganz selbstverständlich, dass die öffentlich zugänglichen Bereiche barrierefrei sind. Und die EUTB, die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung, unterstützt Menschen, die selbst oder deren Angehörige von einer Behinderung betroffen oder bedroht  sind.

Acht Aktionsfelder für alle Lebensbereiche

Der Aktionsplan ist in acht Handlungsfelder aufgeteilt. Er behandelt die Bereiche Bildung, Gestaltung des öffentlichen Raumes, Wohnen, Teilhabe bei Sport, Kultur und Freizeit, Beruf, soziale Dienste, Bewusstseinsbildung sowie die öffentliche und politische Partizipation. Dabei war besonders wichtig, dass die Menschen mit Behinderungen und deren Organisation in den Planungsprozess mit eingebunden werden.

Zu jedem Handlungsfeld wurden Arbeitsgruppen gebildet –vorwiegend aus freiwilligen Mitgliedern, darunter Akteure von Sozial- und Behindertenverbänden, Menschen mit Behinderungen sowie andere interessierte Bürgerinnen und Bürger – die Ideen und Konzepte entwickelten. „Ich bin immer noch begeistert von dem großen Engagement, das alle Beteiligten an den Tag gelegt haben“, sagt Ines Großer, Behindertenbeauftragte der Stadt Witten.

Hintergrund

Im Jahr 2009 hat die Bundesrepublik Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ratifiziert. Am 14. November 2013 beauftragte dann der Rat der Stadt Witten die Verwaltung, in enger Zusammenarbeit mit den Wittener Behindertenverbänden und –einrichtungen ein kommunales Handlungskonzept für ein inklusives Gemeinwesen in Witten auf Grundlage der UN-BRK zu entwickeln. So sollen Menschen mit Behinderungen am Ende eine gleichberechtigte Rolle in der Gesellschaft spielen können.

Im Jahr 2018 hatten fast 26.000 Menschen in Witten eine anerkannte Behinderung, davon über 17.000 mit mehr als 50 Prozent. Häufig treten die Einschränkungen mit zunehmendem Alter, etwa nach Unfällen oder Erkrankungen, auf. So sind mehr als die Hälfte der Menschen mit Behinderung über 65 Jahre alt. Behinderungen von Geburt an machen nur einen sehr kleinen Teil aus.

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