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Erinnern für Gegenwart und Zukunft: Veranstaltung an ehemaliger Synagoge anlässlich der Novemberpogrome 1938

Die am 9. November 1938 zerstörte Wittener Synagoge neben dem Ruhr-Gymnasium im Jahr 1911, Foto: Ernst Roepke / Repro: J. Fruck

Breite Straße

In diesem Jahr jährt sich zum 81. Mal die Reichspogromnacht. Zum Gedenken daran haben Stadt Witten, Stadtarchiv (Kulturforum), die Deutsch-Israelische Gesellschaft Witten, der Freundeskreis der Israelfahrer und das Ruhr-Gymnasium wieder ein Programm vorbereitet. Treffpunkt ist am 9. November um 11 Uhr am Ort der in der Reichspogromnacht zerstörten Synoge an der Breite Straße / Ecke Synagogenstraße.

Programm

Nach einem Grußwort von Bürgermeisterin Sonja Leidemann sprechen Schülerinnen und Schüler des Ruhr-Gymnasiums und Schulleiter Dirk Gellesch zum Thema „Gedenken, Erinnern und Verantwortung in Gegenwart und Zukunft“. Danach wird ein Kranz niedergelegt. Anschließend stellen sich noch die Schülerinnen und Schüler der Hardenstein- und der Holzkamp-Gesamtschule vor, die die nächste Stolpersteinverlegung in Witten am 12. November gestalten werden.

Vom 9. auf den 10. November 1938 drangsalierten Anhänger des nationalsozialistischen Unrechtsregimes jüdische Bürger und Bürgerinnen im damaligen Deutschen Reich. Sie zerstörten ihre Wohnungen, Geschäfte und Friedhöfe und setzten über 1.400 Synagogen und Gebetsräume in Brand. Etwa 30.000 Menschen wurden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt, Hunderte wurden ermordet, in den Suizid getrieben oder starben infolge der Haftbedingungen. „Die rassistisch motivierten Verbrechen im November 1938 bildeten den Auftakt zur so genannten Endlösung“, erklärt die Leiterin des Stadtarchivs, Dr. Martina Kliner-Fruck. Sie führten auch zur Auslöschung der jüdischen Gemeinde in Witten.

Was damals in Witten geschah

Während Wittener Juden in der Pogromnacht in Haft genommen und meist über das Polizeigefängnis Bochum in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt wurden, zündeten Nationalsozialisten die 1885 von der jüdischen Gemeinde erbaute Wittener Synagoge an. Am Morgen des 10. November 1938 waren die Kuppel und der Innenbereich des jüdischen Gotteshauses ausgebrannt. Anwesende Feuerwehrleute hatten lediglich darauf geachtet, dass die Flammen nicht auf Nachbargebäude oder das Ruhr-Gymnasium übergriffen.

Die Gedenkveranstaltung am 9. November am Ort der ehemaligen Synagoge soll dazu beitragen, dass das niemals vergessen wird.

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