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Installationen entführen in ungewohnte Klangwelten

Person mit Kopfhörer in kahlem Raum, durch den Drähte gespannt sind

Und plötzlich hat man das Gefühl, man steht an einem Teich, am Rand wächst Ried und darin tummeln sich Frösche, die einen Riesen-Krach machen. Zwei Schritte weiter werden die Frösche leiser, man hört Vögel singen. Jeder Raum, sogar jeder Schritt bietet gerade ein neues Hörerlebnis bei der Klanginstallation „Kupfer Himmel“ von Christina Kubisch im Märkischen Museum. Die Installation ist Teil der Wittener Tage für neue Kammermusik.

Märkisches Museum, zweiter Stock, Ausstellungsbereich. Wenn man nur vor der Tür steht, die Kopfhörer in der Hand, dann wirkt es doch arg unspektakulär. Ein paar Schnüre sind durch die ansonsten völlig kahlen Räume gespannt. Wenn man dann aber die Kopfhörer auf den Ohren hat und sich Schritt für Schritt in die Räume hineintastet, dann wird man empfangen von sphärischen Klängen, die sich verändern mit jedem Schritt nach vorne, nach hinten, nach links, nach rechts.

Mit jedem Schritt neue Klangeindrücke

Durch sechs Räume spannen sich die Schnüre (die in Wirklichkeit Kupferdrähte sind). Alle Räume haben andere Grundgeräusche. Mal scheint ein Hubschrauber zu starten, mal singen Vögel, dann wiederum scheint ein Xylophon zu spielen. Harmonische und unharmonische Eindrücke wechseln sich ab, gehen sogar ineinander über.

All das funktioniert nur mit Hilfe der speziellen Induktionskopfhörer. Die ganze Installation ist von Kupfer geprägt: Die Kabel sind aus dem Metall, aber auch die Klänge haben alle auf die eine oder andere Art mit Kupfer zu tun: darunter sind elektromagnetische Signale ebenso wie Naturklänge aus Südafrika, einem Staat mit riesigen Kupferminen.

Bibliothek als Insel im „Ozean des Alltagslärms“

Derweil lädt Martyna Poznańska zu einem Spaziergang ein, wahlweise in der Bibliothek oder in einem Wald. Ihre Installation, eingesprochen in Englisch, ähnelt einer geführten Meditation. Sie fordert dazu auf, sich selbst, die Sinneseindrücke, die eigene Herkunft und die Ruhe zu reflektieren. Das Werk „Alles, was du dir vorstellen kannst, ist real“ steht unter https://www.martynapoznanska.com/everything-you-can-imagine-is-real zum Download. Interessierte können es also jederzeit herunterladen und so einen Rundgang durch die Bibliothek oder den nächsten Waldspaziergang auf eine ganz neue, andere Art erleben: „vom Ozean des Alltagslärms umgeben und ist zugleich davon isoliert“, wie es Martyna Poznańska beschreibt. Dazu gehört auch die Installation im Außenbereich in dem kleinen Park hinter der Bibliothek.

Laufzeiten bis Ende Oktober und bis Januar 2021

Die Installation von Martyna Poznańska läuft noch bis zum 25. Oktober. Besucherinnen und Besucher können sie zu den Öffnungszeiten der Bibliothek und des Märkischen Museums Witten erleben. Im ersten Stock der Bibliothek führt auch ein QR-Code zum Download. Unter dem Link ist es auch über den 25. Oktober hinaus möglich, die Installation herunterzuladen.

Noch bis zum Januar 2021 läuft „Kupfer Himmel“ während der Öffnungszeiten des Märkischen Museums. Um die Installation zu erleben, müssen Interessierte den normalen Eintrittspreis für das Museum bezahlen (können dafür aber dann natürlich auch die Ausstellung besuchen).

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