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„Vom Auf- und Abstieg“: Neue Ausstellung im Märkischen Museum

Claudia Rinke (Museumsassistentin) und Christoph Kohl (Institutsleiter Museum) stellten die neue Ausstellung „Vom Auf- und Abstieg“ vor. Foto Jörg Fruck

Das Märkische Museum Witten beteiligt sich im Sommer 2018 an dem umfangreichen Ausstellungsprojekt „Kunst & Kohle“ der RuhrKunstMuseen: Dabei wurden Künstler/innen eingeladen, sich mit dem Ende der Steinkohleförderung in Deutschland auseinanderzusetzen. Die Ausstellung „Vom Auf- und Abstieg“ wird zu sehen sein ab Samstag, 5. Mai. Vernissage ist am Freitag, 4. Mai. Die Ausstellung läuft bis zum 16. September.

Die Öffnungszeiten des Märkischen Museums sind: mittwochs und freitags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 12 bis 20 Uhr. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 2 Euro. Detaillierte Infos zur Jahreskarte und Gruppenpreisen findet man auf den Internetseiten des Märkischen Museums: hier.

Die Ausstellung und ihre drei Künstler

Für die Ausstellung „Vom Auf- und Abstieg“ hat das Märkische Museum Witten drei Künstler eingeladen, Werke zu entwickeln, die sich mit den Anfängen des Kohleabbaus im Ruhrgebiet sowie den gesellschaftlichen Veränderungen, die mit dem Bergbau einhergingen, beschäftigen.

Mit der Sage über den Schweinehirten, der im Wittener „Muttental“ ein Feuer gegen die Kälte anzündete und so die Steinkohle und deren Nutzen entdeckte, beginnt der Bergbau im Ruhrgebiet. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und den kathedralenartigen Fabrikanlagen, die bis in die 1970er-Jahre betrieben wurden, entstanden auch die Klischees vom Ruhrgebiets-„Kumpel“ und seinem stereotypen Leben.

Die Skulpturen und Installationen des Künstlers Olaf Metzel (geb. 1952) greifen den Alltag und die sozialen Probleme der Region auf. Das Ruhrgebiet ist eine Region, in der durch die Industrie auch unterschiedlichste Kulturen auf engstem Raum zusammentreffen. Die Wohnungsbauproblematiken und die interkulturellen Differenzen spiegeln sich in seinen Arbeiten wider und werden kritisch beleuchtet.

Der junge Düsseldorfer Künstler Clemens Botho Goldbach (geb. 1979) holt die unterirdische Stollenarchitektur in den Ausstellungsraum. In intensiver Recherche hat er sich mit dem Bergbau und seinen für den Laien unsichtbaren Konstruktionen auseinandergesetzt. Unzählige Kilometer von Abbaustollen, Luftschächten, Material- und Zufahrtswegen durchziehen das Ruhrgebiet unter der Erdoberfläche. Die Ästhetik der dort vorhandenen Architektur und Industriemechanik wird in seiner Wittener Installation sichtbar.

Zudem wird in der Ausstellung eine zeitliche und geografische Brücke vom historischen und gegenwärtigen Ruhrgebiet ins globale Geschehen geschlagen. In vielen ehemaligen Kohleabbaugebieten erfolgte aufgrund des Wegfalls von Arbeit und Wohlstand ein Wandel, der teilweise in Armut und Orientierungslosigkeit mündete. Der ukrainische Fotograf Alexander Chekmenev (geb. 1969) hat das Leben der Menschen in der Donbass-Region (Ukraine) dokumentiert. Auf beeindruckende und berührende Weise gibt er die drastische Härte der Arbeits- und Lebensumstände der dortigen Kohlearbeiter wieder.

Zum Projekt „Kunst & Kohle“

17 RuhrKunstMuseen nehmen das Ende der Steinkohleförderung zum Anlass für das größte städteübergreifende Ausstellungsprojekt, das je zu diesem Thema umgesetzt wurde. In 13 Städten der Metropole Ruhr werden von Mai bis September 2018 zeitgleich künstlerische Positionen gezeigt, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema „Kohle“ auseinandersetzen – wiederkehrende inhaltliche und formale Elemente der Kunstwerke sollen die Ausstellungsorte zu einem großen Ganzen verbinden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übernimmt die Schirmherrschaft für dieses Großprojekt.

Mit dem Kohleausstieg endet 2018 in Deutschland mehr als ein bedeutender Industriezweig: Das Kapitel einer über 150 Jahre andauernden Geschichte schließt, die insbesondere das Gesicht des Ruhrgebiets, das Selbstverständnis seiner Bewohner und die Entstehung seiner einmaligen Kunst- und Kulturlandschaft bestimmt hat. Die mit dem Bergbau verbundenen Facetten der Region – die von der Industrie geprägte Landschaft, die harte körperliche Arbeit unter Tage, das Material Kohle an sich, der unprätentiöse und solidarische Menschenschlag, der Strukturwandel – inspirieren und faszinieren Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt seit jeher. Vor diesem Hintergrund führen die RuhrKunstMuseen zum Ende der Steinkohleförderung künstlerische Positionen unter dem Ausstellungstitel „Kunst & Kohle“ zusammen, die sich sowohl retrospektiv als auch perspektivisch der Frage nach der kulturellen Dimension dieses Einschnitts widmen.

„Thematische Gruppenausstellungen wechseln sich mit Einzelpräsentationen ab“, verrät Prof. Dr. Ferdinand Ullrich, Initiator des gemeinsamen Ausstellungsprojekts, „Dabei werden alle künstlerischen Medien abgedeckt und es entsteht das wohl größte Projekt dieser Art zum Thema Kohle, das je in der Region zu sehen war.“

Zum Projekt „Kunst & Kohle“ gibt es ein umfangreiches Vermittlungsprogramm und Begleitveranstaltungen, die den Stellenwert des Bergbaus auch in der Musik, dem Film, dem Theater und der Literatur verdeutlichen. Zudem erschein zu jeder Ausstellung ein Katalog beim Wienand-Verlag. (Erscheinungstermin für Witten: Juli 2018)

Weitere Informationen zum Ausstellungsprojekt „Kunst & Kohle“ gibt es fortlaufend aktualisiert unter www.ruhrkunstmuseen.com .

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