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Ausschnitt einer Häuserfront am Annener Markt

Naturfreibad ja oder nein? Stadt Witten startet Prüfprozess

Blick auf die Ruhr von oben, grüne Landschaft mit Hügeln

Man könnte fast den Kalender danach stellen: Spätestens, wenn im Jahr die ersten heißen Tage da sind, taucht die Frage auf: Könnte Witten denn nicht ein Naturfreibad an der Ruhr einrichten? Es gibt Befürworter*innen dieser Idee, und es gibt Gegner*innen. So wie es Argumente dafür und dagegen gibt. In einem Beschluss vom 23. Juni 2020 hat der Rat der Stadt Witten die Verwaltung aufgefordert, die Einrichtung eines Naturfreibades zu prüfen. Gestern nun – mit Corona-bedingtem Verzug – war der Auftakt in den Prozess. Der erste Schritt: Die Suche nach einem geeigneten Standort.

Viele offene Fragen

Bei heißem Wetter einfach mal in die Ruhr zu springen ist für Privatpersonen erstmal ziemlich verlockend – und ziemlich simpel (wenn auch weiterhin verboten!). Wenn es für diese Art Erfrischung aber eine offizielle Badestelle geben soll, sind sehr viele Aspekte zu beachten: Wo wäre ein geeigneter Standort? Wer kontrolliert wie die Wasserqualität? Wer sorgt für Sicherheit? Wer haftet bei Unfällen? Wie kommen die Gäste zur Badestelle? Werden das Gewässer, die Natur und gegebenenfalls auch Anwohner*innen ausreichend geschützt?

Verwaltungs-interner Auftakt

All diese Fragen machen dieses vermeintlich simple Projekt doch sehr komplex. Zum Auftakt haben sich nun verschiedene Ämter der Wittener Stadtverwaltung getroffen und diverse Gutachten und Stellungnahmen, zum Beispiel vom Ennepe-Ruhr-Kreis, der für Gewässer- und Naturschutz zuständig ist, und vom Ruhrverband, gesichtet und vorläufig bewertet. Diese treffen aber bisher nur Aussagen über die Bedingungen an der Ruhr allgemein, noch nicht zu konkreten Standorten.

Arbeitskreis wird erweitert

In den nächsten Schritten wird diese Runde erweitert. Dann sollen auch Institutionen wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), weitere externe Akteure sowie die Politik in die Bewertung und schließlich in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Ein nächstes Treffen wird es deshalb im Herbst, nach der Sitzungspause des Rats, geben. Abhängig von den Ergebnissen der jeweiligen Treffen werden dann die darauf folgenden Schritte festgelegt.

Das Ziel ist, wie auch im Ratsbeschluss definiert, im ersten Schritt die Frage nach möglichen Standorten zu beantworten. Ein gewichtiges Kriterium ist etwa die Erreichbarkeit der Örtlichkeit mit Rettungswagen. Wenn die nicht gegeben ist, ist der Standort natürlich schon aus dem Rennen.

Aussicht auf Klarheit

Bürgermeister Lars König verspricht sich von der Arbeitsgruppe ein Ende der wiederkehrenden Diskussionen: „Das Thema Naturfreibad polarisiert in der Stadt. Deswegen bin ich froh, dass wir nun den Ratsbeschluss umsetzen und uns auf den Weg zu einer Antwort machen, die dann sowohl für die Befürworter*innen als auch für die Gegner*innen Klarheit schafft.“

Bei all den Gedankenspielen für die Zukunft darf aber eines in der Gegenwart nicht vergessen werden: Die Ruhr ist ein gefährliches Gewässer. Das haben mehrere Unfälle der vergangenen Tage erneut gezeigt. Deswegen ist das Baden in der Ruhr weiterhin verboten.

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