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Ausschnitt einer Häuserfront am Annener Markt
Brückenilluminationen in der Unterführung Herbeder Straße

KlimaMap Witten: Viele Hinweise, viele Ideen

Ausschnitt aus der Klimamap: Ausschnitt aus Wittener Stadtplan mit Eintragungen

239 Einträge in der KlimaMap Witten, und für 111 Stellen haben die Bürgerinnen und Bürger neue Bäume vorgeschlagen. Der Klimawandel treibt die Menschen um und sie wünschen sich offensichtlich mehr Grün und mehr Schatten für Witten. Doch auch zu Problemen mit Hitze, Sturm und Überschwemmungen gab es wertvolle Hinweise aus der Bevölkerung, und häufig auch Verbesserungsvorschläge. Kurz: Die KlimaMap war ein Erfolg.

Alltägliches Erfahrungswissen nutzen

Wer in Witten wohnt und lebt, wer hier durch Straßen läuft oder fährt und womöglich ein eigenes Haus hat, kann immer wieder am eigenen Leib erleben, zu welchen Problemen Extremwetterlagen führen können. Einige Stellen im Stadtgebiet sind besonders exponiert oder gefährdet. „Dieses alltägliche Erfahrungswissen der Menschen in Witten ist für uns sehr viel Wert. Die Hinweise und Ideen der Menschen werden wir nun in unser Klimafolgen-Anpassungskonzept einfließen lassen“, erklärt Stadtbaurat Stefan Rommelfanger.

Die KlimaMap Witten war die digitale Möglichkeit, Erfahrungen und Vorschläge zu melden. Und diese Möglichkeit haben die Wittenerinnen und Wittener von Mai bis Dezember 2020 ausführlich genutzt. Insgesamt 239 Einträge zählte die Agentur K.Plan, die die KlimaMap betreute. Neben den Vorschlägen für Baumstandorte beschäftigte die Menschen auch das Hitzeproblem häufig. 35 Einträge für Probleme und 34 Maßnahmenvorschläge standen in der Karte. Starkniederschläge wurden ebenfalls an vielen Standorten als Problem gemeldet (34 mal), dazu 15 Vorschläge für Maßnahmen. Starke Winde dagegen scheinen weniger problematisch, sie wurden nur an sechs Stellen gemeldet. Die Geschäftsführerin von K.Plan, Monika Steinrücke, lobt das Engagement der Wittenerinnen und Wittener: „Im Vergleich mit anderen Städten haben wir hier überdurchschnittlich viele Einträge, und die Vorschläge sind alle sehr kompetent und konstruktiv.“

Bäume für die Lebensqualität

Der Wunsch nach mehr Bäumen besteht offenbar im ganzen Stadtgebiet, hauptsächlich in den dicht besiedelten Bereichen wie im Wittener Zentrum und in Herbede. Doch auch am Ruhrufer sehen die Bürgerinnen und Bürger Potential für Pflanzungen. Die Hoffnungen dahinter sind vielfältig: Schatten, Flächenentsieglung, Aufwertung von Parkflächen.

Hitzeprobleme in der Innenstadt, Starkniederschläge öfter in den Stadtteilen

Die Verbreitung der verschiedenen Klimaprobleme ist natürlich unterschiedlich, doch es zeigten sich Schwerpunkte. So klagten besonders viele Einträge über Hitze in der Bahnhofstraße, auf dem Kornmarkt und in der Beethovenstraße. Auch der Sonnenschein und die Brauckstraße sind besonders betroffen.

Unter Starkniederschlägen und daraus folgenden Überschwemmungen leiden eher die Bereiche außerhalb des Zentrums. So gab es mehrere Klagen über das Gebiet zwischen Hörder Straße und Wilhelmshöhe, an der Rauhen Egge, aber auch an der Husemannstraße.

Die Einträge zur Starkwinden bezogen sich meist auf die Gefahr umstürzender Bäume.

Lösungsvorschläge aus der Bevölkerung

Neben den Klagen über Problemzonen trugen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aber auch zahlreiche Lösungsvorschläge ein. Häufigste Idee gegen Hitze war – naheliegenderweise – die Verschattung, zum Teil auch kombiniert mit Photovoltaikanlagen. Gegen Überschwemmungen sind häufig Regenrückhaltemaßnahmen und Kanalsanierungen gewünscht. Gegen die Folgen von Stürmen sollte der Erosionsschutz verbessert werde, neue, stabile Bäume könnten die Kraft des Windes dämpfen.

Besonders vielfältig waren die Vorschläge für neue Bäume. Hier wurden Wiederaufforstungen und Ersatzpflanzungen angeregt, Mischkulturen, Obstbäume und Hecken scheinen denkbar.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Agentur K.Plan arbeitet an einem Katalog von Maßnahmen, die für die Anpassung an den Klimawandel nötig sind. „Der Maßnahmenkatalog wird Bestandteil des Klimafolgenanpassungskonzeptes, über das der Rat beschließen muss. In der Folge muss es die Stadtverwaltung in den nächsten Jahren abarbeiten“, erklärt Dieter Weitz, Projektleiter Klimafolgenanpassungskonzept. Die Inhalte des Konzepts sollen voraussichtlich im Sommer 2021 in Quartiers-Workshops diskutiert und im Herbst 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Zum Endbericht der KlimaMap hier.

Direktlink zur KlimaMap hier.

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