Bildungsquartier Annen  - Stadt Witten
Ausschnitt einer Häuserfront am Annener Markt

Bildungsquartier Annen

Die Stadt Witten beabsichtigt die Erfolge des Stadterneuerungsprogramms „Soziale Stadt Annen - Annen gestalten“ aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Zwischen 2006 und 2013 wurden im Rahmen des Förderprogramms bereits Maßnahmen zur Attraktivierung und Belebung der Stadtteilmitte, zur Erneuerung von Wohnquartieren, Grünflächen, Fuß- und Radwegen, zur Aktivierung der sozialen und ökonomischen Infrastruktur und des Bürgerengagements sowie zur Verbesserung des Stadtteilimages durchgeführt. Insgesamt konnte so der Stadtteil nachhaltig stabilisiert und aufgewertet werden. Im Bereich Bildung und Integration bestehen jedoch nach wie vor Problemlagen, die mit dem Ansatz eines Bildungsquartiers Annen gelöst werden sollen. Zudem wird der Stadtteil Annen durch die Barrierewirkung der S-Bahntrasse unterteilt. Diese Trennung soll zukünftig überwunden werden. In der Bebelstraße findet eine Entwicklung in der kreativen Szene statt, die weiter unterstützt werden soll. Um diese Entwicklungen voranzutreiben wurde ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) erstellt, welches die unterschiedlichen Belange mit den Anforderungen einer nachhaltigen Quartiersentwicklung bündelt.

Als erste sichtbare Maßnahme des neuen ISEK soll auf einer ca. 2,2 ha großen Fläche nordwestlich des Bahnhofs Annen-Nord und direkt angrenzend an den Park der Generationen das Bildungsquartier Annen entstehen. Diese bis in die 50er Jahre teilweise von einer Glasfabrik und einer Zeche genutzte Fläche hat sich sukzessive zu einer von verwildertem Baumbestand und Ablagerungen geprägten Brachfläche entwickelt. Da sie sich jedoch durch hohe Lagegunst auf Grund kurzer Wege zur vorhandenen Infrastruktur (u.a. Versorgungseinrichtungen, soziale Institutionen, öffentliche Verkehrsmittel, Grünflächen) auszeichnet, ist sie ein optimaler Standort für das geplante Bildungsquartier. Hier soll der notwendige Neubau der maroden Baedekerschule verbunden werden mit OGS und Kindertreff, einer Dreifeldsporthalle zur Erweiterung des Breitensportangebots im Stadtteil sowie einem Bürgerzentrum. Die Entwicklung der Fläche bietet außerdem die Gelegenheit, den Park der Generationen in Richtung Westen zu erweitern und so eine durchgehende Grünverbindung vom Annener Markt zur KZ-Gedenkstätte Immermannstraße zu schaffen.

Daher sollen die Planungen für diese Fläche, die in der Vergangenheit vielfach Gegenstand der Stadtentwicklungsplanung war, nun wieder aufgegriffen werden, um durch Nutzbarmachung dieses zentral gelegenen, umbauten Innenbereiches das Areal wieder in das Stadtgefüge zu integrieren. Angrenzende Wohngebiete, Grünflächen, öffentliche Straßen, Wege und Plätze sollen über diese Fläche funktional miteinander verbunden werden. Durch die Förderung einer urbanen Entwicklung an diesem wichtigen Standort erhofft sich die Stadt Witten, dass städtebauliche Defizite abgebaut und das Erscheinungsbild und das Image des Stadtteils verbessert werden.

Der gewählte Standtort zeichnet sich durch eine ausgeprägte Topographie aus. Die verschiedenen Ansprüche an das Gebäude sowie der vorhandene Bewuchs stellen weitere Herausforderungen bei der Planung dar. Die Stadt Witten hat sich deshalb dazu entschlossen, einen architektonisch-freiraumplanerischen Wettbewerb auszuloben, um so verschiedene Entwürfe zu erhalten und im Vergleich untereinander den am besten geeigneten wählen zu können. Im anschließenden Verhandlungsverfahren konnte die im Wettbewerb erstplatzierte Arbeitsgemeinschaft Kuckert Architekten und WKM Landschaftsarchitekten beauftragt werden.

In Abstimmung mit den zukünftigen Nutzern entwickeln die Büros und die Stadt die Planung seit Auftragsvergabe stetig fort, mit dem Ziel im Herbst 2021 für das Bildungsquartier Annen Fördermittel der Städtebauförderung einzuwerben. Bisher sind weder für das ISEK Witten-Annen noch für eine der darin beschriebenen Maßnahmen Fördermittel geflossen oder zugesagt.

Download: Vorentwurf Bildungsquartier Annen (pdf)