Johannisviertel  - Stadt Witten
Ausschnitt einer Häuserfront am Annener Markt

Umgestaltung des Johannisviertels, 1. Bauabschnitt

Mit der Gesamtmaßnahme sollen die Johannisstraße und der Knotenpunkt Johannisstraße/ Bonhoefferstraße/ Lutherstraße/ Oberdorf an die künftige städtebauliche Situation am Kornmarkt angepasst werden. Der 1. Bauabschnitt dient der Vorbereitung auf eine Entwicklung des Kornmarkts, einem fuß- und radverkehrfreundlicheren Umbau der Verkehrsflächen und Gehwege sowie einer Reduzierung der Barrierewirkung der Hauptstraße für Fußgänger*innen.

In den 1990er Jahren wurden auf Initiative des lokalen Einzelhandels am Johannisplatz Bäume gepflanzt und Kunstwerke aufgestellt, was zu einer gestalterischen Aufwertung geführt hat. Als Eingang zur historischen Stadtmitte ist der Johannisplatz jedoch nicht zu erkennen. Es wurde daher ein gestalterisches Gesamtkonzept für den Johannisplatz und die Johannisstraße erarbeitet, das der Umgebung gerecht wird.

Die Planung verfolgt das Ziel, das Wohnumfeld und die Aufenthaltsqualität zu verbessern und die Straße zu begrünen. Der Knotenpunkt soll als Mini-Kreisverkehr umgebaut werden. Durch den Rückbau von nicht mehr benötigter Straßenverkehrsfläche soll die Aufenthaltsqualität in dem Stadtviertel gesteigert und so die Wohn- und Gewerbefunktion gestärkt werden. Insbesondere sollen die ungenutzten Seitenräume im Bereich des „Johannisplatzes“ und zur Ruhrstraße zu einem nutzbaren öffentlichen Raum aufgewertet werden. Es sollen für verschiedene Nutzergruppen Möglichkeiten für neue Aktivitäten geschaffen werden. Die Vorplanung sieht dazu die Anlage einer ebenen Platzfläche zwischen Johannisstraße und Oberdorf vor, die auch für Außengastronomie genutzt werden kann. Die Johannisstraße soll mit Bäumen und Pflanzbeeten ausgestattet werden. Die Ausstattung des Platzes soll nun mit Bänken, anderen Sitzgelegenheiten und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder ergänzt werden.

 

 

Umgestaltung Karl-Marx-Platz

 

Der Karl-Marx-Platz liegt in der westlichen Innenstadt. Die Fläche wurde 19. Jh. als repräsentatives Element zwischen der Innenstadt und dem damaligen Bahnhof angelegt. In seiner Mitte steht eine Germaniafigur als Kriegerehrenmal, auf die die Platzgestaltung ausgerichtet war. Dazu wurde der Platz, früher noch Königsplatz genannt, in quadratischer Form angelegt. Durch die Änderung des Verlaufs der Breite Straße in den 1950er Jahren wurde der Platz in einen westlichen und einen östlichen Teil zerschnitten. Ein weiterer Teil wurde als Parkplatz umfunktioniert. Damit sanken die Aufenthaltsqualität und die Erholungsfunktion auf ein Minimum. Die Stadt möchte den Bereich daher aufwerten und ihn wieder in einen Platz umgestalten, der insbesondere zum Aufenthalt, zum Austausch und zur Erholung genutzt werden kann.

Das Planungsbüro ST-Freiraum hat dafür zusammen mit dem Büro Lindschulte ein städtebauliches Konzept erstellt. Während der Erarbeitung wurden zwei Öffentlichkeitsbeteiligungen am 14.03.2017 und am 20.02.2018 durchgeführt. Das Ziel war es, Verkehrsflächen zu reduzieren und dafür „erlebbaren Raum“ zu gewinnen. Die Planung beinhaltet zudem für die anwesende Öffentlichkeit wichtige Details wie sichere Unterbringungsmöglichkeiten für Fahrräder, versenkbare Wertstoffcontainer und einen vielfältig nutzbaren Bereich für kleinere Veranstaltungen.

Diese Elemente sind in die weitere Planung der Büros ISR und Leinfelder Ingenieure eingeflossen. Der Platz wird begrünt und gewinnt gegenüber der heutigen Situation deutlich an Aufenthaltsqualität. Im Kreuzungsbereich Breite Straße / Gartenstraße wird die Straße schmaler, die Gehwege werden dafür breiter. Der Parkplatz wird zurückgebaut, die verbleibenden Parkmöglichkeiten wandern nach Norden an die Gartenstraße. Auf diese Weise entsteht im wahrsten Wortsinne „Platz“ für Begrünung und eine vielseitig nutzbare Fläche (Multifunktionsfläche). Diese ist ein zentrales Element der Umgestaltung und kann für unterschiedliche Freizeitaktivitäten (Boule, Wikingerschach etc.) genutzt werden. Auch kleinere Veranstaltungen wie Nachbarschaftsfeste sind in Verbindung mit der umgebenden Pflasterfläche möglich. Dafür wird unter anderem ein Strom- und Wasseranschluss auf dem Platz verfügbar sein. Die Grünflächen können teilweise als Spiel- und Liegewiesen genutzt werden.

Zentral auf dem Platz steht ein Hochbeet, das auch als Sitzgelegenheit dient. Weitere Sitzbänke befinden sich im Bereich der Multifunktionsfläche, an der Germania und auf der westlichen Platzfläche. Die Wertstoffcontainer verschwinden unter die Erde.

An der westlichen Platzseite soll eine Kindertagesstätte mit darüberliegenden Wohnungen gebaut werden. Das soll den Platz zusätzlich beleben, wie auch die zweite Bushaltestelle, die nun zentral auf die Platzfläche rückt.

Die Baumaßnahme soll Mitte des Jahres 2022 beginnen und nach ca. einem Jahr abgeschlossen sein. Dabei wird auch die Zufahrt zum DB-Werk umgestaltet.

Im Zuge der Baumaßnahme wird auch eine Straßenertüchtigung durchgeführt: Die Breite Straße wird zwischen dem Karl-Marx-Platz und der Zufahrt zu Kaufland einschließlich der Gehwege erneuert.