EU-Förderung  - Stadt Witten
Ausbildung bei der Stadt Witten

Fachkräfte: Mohammed Hassan wird EU-gefördert zum Kinderpfleger

„Alles, was mit Menschen zu tun hat: Das bin ich!“ Ganz viel Menschenliebe spricht aus dieser Selbstbeschreibung von Mohammed Hassan. Der 41-Jährige hat im vergangenen Sommer eine Ausbildung zum Kinderpfleger begonnen, gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen und den Europäischen Sozialfonds (ESF), die 32.600 Euro für die Personalkosten übernimmt. Die Stadt Witten unterstützt diese Ausbildung als einen Baustein im Kampf gegen den Fachkräftemangel in dem Bereich.

Schwierige Suche nach kompetenten Mitarbeiter*innen

„Die Situation in den Kitas ist schwierig, denn die Suche nach kompetenten Mitarbeiter*innen ist zäh“, schildert Heiko Müller vom Amt für Jugendhilfe und Schule der Stadt Witten. Eine Person wie Mohammed Hassan ist da ein Glücksgriff. „Er ist sehr kompetent und hat Spaß an der Arbeit mit Kindern“, berichtet Sylvia Meuser vom Organisations- und Personalamt. Deshalb ist für beide klar: „Wir wollen ihn halten!“

Im Jahr 2015 war Mohammed Hassan aus Ägypten nach Deutschland geflohen. Er war bei der Armee und sollte im Zuge des Arabischen Frühlings gegen Demonstrant*innen eingesetzt werden. Das konnte Hassan nicht mit seinem Gewissen vereinbaren.

Von Anfang an engagiert für den Austausch der Kulturen

In Deutschland engagierte er sich schnell für den Austausch zwischen Eingesessenen und Migrant*innen. Über die Sozialen Medien erklärte er anderen Geflüchteten die Eigenheiten ihrer neuen Heimat. Bald engagierte er sich auch als Sprachmittler, weil er neben Arabisch auch sehr gut Englisch spricht. Mit den zunehmend besseren Deutschkenntnissen arbeitete er auch als Integrationshelfer. Er wolle Verständnis für die jeweils andere Kultur wecken, sagt Mohammed Hassan.

Seit 2021 arbeitet er schwerpunktmäßig mit Kindern, in Kitas und an der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Pferdebachschule als Alltagshelfer – die Stelle hatte er auf Initiative des Amtes für Jugendhilfe und Schule bekommen. Dort hat der Ägypter seine Begeisterung für diese Arbeit entdeckt. „Ich mag es zu sehen, wie sich Kinder und Menschen entwickeln“, so Mohammed Hassan. Zugleich merkten auch die jeweiligen Vorgesetzten, wie engagiert der neue Kollege war.

Duale Ausbildung in der Kita Luisenstraße

So war es ein logischer Schritt, ihm die Ausbildung zum Kinderpfleger anzutragen. Seit Frühherbst 2021 ist Mohammed Hassan in der städtischen Kita Luisenstraße und natürlich in der Berufsschule. Im Anschluss – das planen beide Seiten – soll die Ausbildung zum Erzieher folgen. Von der Entscheidung profitieren viele: Mohammed Hassan, die städtische Kita, und nicht zuletzt die Kinder. Denn der 41-Jährige hat eine Arbeit, die ihm „Mega-Spaß“ macht, die Kita einen kompetenten und engagierten Mitarbeiter, und die Kinder haben einen motivierten Erzieher, der auch mal mit seinen Arabisch- und Englischkenntnissen aushelfen kann.

Mehr Kitas brauchen auch mehr Mitarbeiter*innen

Dieses Modell möchten Sylvia Meuser und Heiko Müller gerne häufiger einsetzen. „Wir halten deshalb die Augen offen, welche Mitarbeiter*innen wir entsprechend weiterbilden können“, schildern die beiden Mitarbeitenden der Stadtverwaltung. Mit der geplanten steigenden Zahl an Kita-Plätzen in der Stadt muss auch die Zahl der Erzieher*innen steigen. Auf dem leergefegten Markt aber ist die Suche schwierig. Deshalb wollen die beiden Ämter auch weiterhin Menschen, die bereits in Kinder- und Jugendeinrichtungen arbeiten und dort einen guten Eindruck hinterlassen, weiter qualifizieren. Eine Förderung wie bei Mohammed Hassan erleichtert dies natürlich zusätzlich, weitere Anträge könnten folgen.

Die Ausbildung ist eine Maßnahme mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds / REACT-EU als Teil der Reaktion der Union auf die COVID-19-Pandemie.

(28.01.2022 – js)

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