Infos von A - Z  - Stadt Witten

Alle Online-Dienstleistungen jetzt im Service-Portal

Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung

Sie möchten die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben und überlegen vielleicht, ob dieser Schritt der richtige ist. Sicherlich spricht eine Menge dafür, hierüber einmal nachzudenken. Damit Ihnen die Entscheidung etwas leichter fällt möchten wir Sie kurz darüber informieren, was mit dem Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit verbunden ist und wie Sie diese erwerben können.

Der deutsche Pass gibt mehr Sicherheit und einige neue Rechte dazu. Das gilt insbesondere für alle die nicht aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union kommen.

Sie erhalten folgende Bürgerrechte: 

  • das aktive und passive Wahlrecht bei Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europaparlamentswahlen,
  • die freie Wahl des Aufenthalts, des Wohnsitzes und des Arbeitsplatzes in Deutschland (Freizügigkeit) sowie in allen anderen Ländern der Europäischen Union,
  • die Zulassung zu jedem Beruf in Deutschland (Berufsfreiheit) beispielsweise als Anwalt, Apotheker, Arzt oder Psychologe,
  • den freien Zugang zum öffentlichen Dienst und die Möglichkeit, Beamter zu werden,
  • die Versammlungsfreiheit, die Vereinigungsfreiheit und das Recht zur Gründung von politischen Parteien,
  • Reisefreiheit ohne Visum in viele Länder innerhalb und außerhalb Europas,
  • den Schutz vor Ausweisung bei Straftaten sowie Schutz vor Auslieferung aus Deutschland und
  • den Schutz im Ausland durch die deutsche Auslandsvertretung (Konsulat oder Botschaft).

Neben diesen Bürgerechten sind mit der Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit auch Bürgerpflichten verbunden. So beispielsweise:

  • die Wehrpflicht oder der zivile Ersatzdienst und
  • die Verpflichtung für ein Ehrenamt als Wahlhelfer, Schöffe oder Laienrichter.

Rechtsgrundlage für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit sind die §§ 8 - 10 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG).

Wenn Sie sich für eine Einbürgerung entschieden haben, wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiterinnen bei der Staatsangehörigkeitsbehörde. Sie finden sie beim Standesamt, Villa Lohmann, 1. Obergeschoss, Zimmer 6, Ruhrstraße 91.

Wie läuft ein Einbürgerungsverfahren ab?

Das Einbürgerungsverfahren verläuft wie folgt:

1. Antrag 

Zuerst müssen Sie einen Antrag stellen. Bei der Einbürgerungsbehörde bekommen Sie Antragsformulare und ein Merkblatt. Das Antragsformular müssen Sie ausfüllen und mit den erforderlichen Unterlagen bei der Einbürgerungsbehörde abgeben. Dort werden Ihre Unterlagen geprüft.

Antragsformulare erhalten Sie unten auf dieser Seite im  "Downloadbereich"

2. Einbürgerungszusicherung

Wenn Ihrem Antrag zugestimmt wird, erhalten Sie, wenn Sie Ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben müssen, umgehend eine schriftliche Einbürgerungszusicherung, mit der Sie sich an Ihre Heimatvertretung zwecks Aufgabe wenden.

Wichtig: Wir empfehlen Ihnen, sich alle drei Monate über den Fortgang des Entlassungsverfahrens bei Ihrem Konsulat / Botschaft zu erkundigen. Machen Sie dies schriftlich und heben bitte alle Kopien des Entlassungsverfahrens auf.

Das kann sehr hilfreich sein, weil Sie ausnahmsweise Ihre alte Staatsangehörigkeit behalten dürfen, wenn Ihr Heimatland unverhältnismäßig lange braucht (mehr als zwei Jahre). 

3. Einbürgerungsurkunde

Wenn Sie aus Ihrer bisherigen Staatsangehörigkeit entlassen worden sind, überprüft die Staatsangehörigkeitsbehörde noch einmal Ihre Aufenthalts- und Sozialverhältnisse. Hat sich dahingehend keine Änderung ergeben, erhalten Sie Ihre Einbürgerungsurkunde. Mit der Urkunde wird Ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit verliehen.

4. Beantragung und Erhalt des deutschen Passes 

Gehen Sie nun mit Ihrer Einbürgerungsurkunde zur Bürgerberatung (sie befindet  sich im Rathaus, Erdgeschoss, Zimmer 1) und beantragen dort Ihren deutschen Pass. Sie erhalten ihn dann ein paar Wochen später.

Anspruchseinbürgerung nach § 10 StAG

Ausländer-/innen, die die Voraussetzungen nach § 10 StAG erfüllen, haben einen Rechtsanspruch auf Einbürgerung in den deutschen Staatsverband.

Einen eigenen Antrag auf Einbürgerung können Sie ab dem 16. Lebensjahr ohne Zustimmung der Eltern stellen.

Nach den allgemeinen Regeln des § 10 StAG haben Sie einen Rechtsanspruch auf eine Einbürgerung, wenn Sie:

  • seit 8 Jahren,bei Nachweis des erfolgreichen Abschlusses eines Integrationskurses (Nachweis durch Zertifikat Integrationskurs) seit 7 Jahren oder bei Vorliegen besonderer Integrationsleistungen seit 6 Jahren rechtmäßig in Deutschland leben,
  • eine im Gesetz näher bestimmte Aufenthaltserlaubnis oder eine Niederlassungserlaubnis besitzen,
  • den Lebensunterhalt für sich und Ihre unterhaltsberechtigten Familienangehörigen ohne Inanspruchnahme öffentlicher Leistungen sicherstellen können oder deren Inanspruchnahme nicht zu vertreten haben,
  • Ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben. Ausnahmemöglichkeiten s. unter Mehrstaatigkeit,
  • nicht wegen einer Straftat verurteilt worden sind, geringfügige Straftaten können evtl. außer Betracht bleiben,
  • über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen,
  • über Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland verfügen, 
  • keine Ausweisungsgründe erfüllen,
  • keine Aktivitäten gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung unterstützt oder begangen haben und auch kein solcher Verdacht besteht und sich schriftlich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bekennen. Dies gilt nicht, wenn Sie noch unter 16 Jahre alt sind.

 

 

Die Einbürgerungsgebühr beträgt 255 €. Bei Antragsabgabe wird ein Vorschuss in Höhe von 191,-- € erhoben.

 

Miteinbürgerungen von Familienangehörigen 

Ihre Ehepartnerin bzw. Ihr Ehepartner und Ihre minderjährigen Kinder können mit eingebürgert werden, auch wenn diese weniger als acht Jahre rechtmäßig in Deutschland leben. 

Bei Ehepartnern, die mit eingebürgert werden, reicht es aus, wenn sie

  • seit 4 Jahren rechtmäßig in Deutschland leben und
  • die Ehe mindestens 2 Jahre besteht.

Wichtig: Die Ehe muss gültig geschlossen worden sein und die eheliche Lebensgemeinschaft muss zum Zeitpunkt der Entscheidung über den Einbürgerungsantrag noch bestehen.

Bei minderjährigen Kindern, die mit eingebürgert werden, wird nach dem Alter zum Zeitpunkt der Einbürgerung unterschieden.

Für Kinder unter 16 Jahren reicht es aus, wenn Sie seit 3 Jahren rechtmäßig in Deutschland leben. Wenn das Kind noch keine 6 Jahre alt ist, reicht es, wenn es die Hälfte seines Lebens in Deutschland verbracht hat.

Kinder zwischen 16 und 18 Jahren werden in der Regel nur dann mit eingebürgert, wenn sie selbst alle Voraussetzungen für eine selbständige Einbürgerung nach § 10 StAG erfüllen. Dies bedeutet im Regelfall ist ein rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland von 8 Jahren erforderlich.

Im Übrigen müssen Ihre Familienangehörigen die Voraussetzungen erfüllen, die Sie als Antragsteller nach  § 10 StAG erfüllen müssen.

Für Ehepartner bzw. Ehepartnerin gilt:

Lebensunterhalt

Für den Ehepartner gilt nach dem Gesetz zwar auch, dass der Lebensunterhalt für sich und die Familienangehörigen gesichert werden muss, jedoch wird die Unterhaltssicherung bereits bei dem Ehegatten geprüft, der sich im Wege der Anspruchseinbürgerung nach § 10 StAG einbürgern lassen will. Ergibt diese Prüfung, dass der Lebensunterhalt insgesamt gesichert ist, gilt das für den mit einzubürgerndem Ehepartner ebenso.

Deutschkenntnisse / Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung

Auch für mit einzubürgernde Ehepartner werden grundsätzlich ausreichende Deutsch- und Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung verlangt.

Die Einbürgerungsgebühr beträgt 255 €. Bei Antragsabgabe wird ein Vorschuss in Höhe von 191,-- € erhoben.

Minderjährige Kinder

Kinder können mit eingebürgert werden, wenn sie 

  •   leibliche Kinder oder
  •   Adoptivkinder sind.

 Nicht mit eingebürgert werden können

  •  Stiefkinder,
  •  Pflegekinder
  •  sonstige Abkömmlinge(z.B. Enkel).

Kinder unter 16 Jahren können mit eingebürgert werden, wenn der Vater oder die Mutter sorgeberechtigt ist und in Deutschland mit ihm in einer Familie lebt. Sie werden auch dann mit eingebürgert, wenn sie Sozialleistungen beziehen. Auf den Grund kommt es nicht an.

Deutschkenntnisse

Wird ein minderjähriges Kind mit eingebürgert, reicht es, wenn es die altersgemäße Sprachentwicklung, z.B. Schulausbildung, erfüllt.

Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung sind bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres nicht erforderlich.

Die Kosten für eine Einbürgerung betragen 51 €. Bei Antragsabgabe wird ein Vorschuss in Höhe von 38,-- € erhoben.

Einbürgerung bei deutschem Ehepartner nach § 9 StAG

Ausländische Staatsangehörige, deren Ehepartner die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, können nach § 9 (StAG) eingebürgert werden. Dies setzt folgendes voraus:

  • Sie müssen sich seit drei Jahren rechtmäßig in Deutschland aufhalten,
  • über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, 
  • die Ehe muss in der Regel zwei Jahre bestehen und der deutsche Ehepartner muss während dieser Zeit deutscher Staatsangehöriger oder zumindest Statusdeutscher gewesen sein,
  • Sie müssen Ihre bisherige Staatsangehörigkeit verlieren oder aufgeben (Ausnahmen s. Mehrstaatigkeit),
  • es muss gewährleistet sein, dass Sie sich in die deutschen Lebensverhältnisse einordnen,
  • Sie müssen das 16. Lebensjahr vollendet haben und ansonsten nicht in Ihrer Geschäftsfähigkeit beschränkt sein,
  • es darf kein Ausweisungsgrund vorliegen,
  • es muss eine Wohnung oder Unterkunft vorhanden sein,
  • Sie müssen für sich und Ihre Familienangehörigen in der Lage sein, Ihren Lebensunterhalt, ohne Inanspruchnahme von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II (Hartz IV), selbständig zu bestreiten,
  • es dürfen der Einbürgerung keine erheblichen Belange der Bundesrepublik Deutschland entgegenstehen.  

Die Kosten für eine Einbürgerung betragen 255 €. Bei Antragsabgabe wird ein Vorschuss in Höhe von 191,-- € erhoben.

Dies sind aber nur die grundlegenden Voraussetzungen. Näheres erfahren Sie bei einem Beratungsgespräch mit den Sachbearbeiterinnen der Staatsangehörigkeitsbehörde.  

Weitere Möglichkeit einer Einbürgerung nach § 8 StAG

Sollten Sie nicht die Voraussetzungen für eine Einbürgerung nach § 10 StAG erfüllen und nicht mit einem deutschen Staatsangehörigen verheiratet sein, wäre evtl. eine Einbürgerung nach § 8 StAG möglich.

Folgende Voraussetzungen sind vom Antragsteller zu erfüllen:

er/sie muss sich zwar auch grundsätzlich seit mindestens 8 Jahren durchgehend rechtmäßig im Bundesgebiet aufhalten. Im Unterschied zur Einbürgerung nach § 10 StAG können auch kürzere Aufentahltszeiten ausreichend sein, zum Beispiel

  • für Inhaber eines Reiseausweises ( politisch verfolgte Personen) reduziert sich der erforderliche rechtmäßige Aufenthalt auf 6 Jahre,
  • minderjährige Kinder, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, können bereits nach 3 Jahren bzw. die Hälfte des Lebensalters bei Kindern unter 6 Jahren, eingebürgert werden, wenn sie mit einem deutschen Staatsangehörigen, der für das Kind sorgeberechtigt ist, in familiärer Gemeinschaft leben.

Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Zeiten, in denen der Einbürgerungsbewerber/die Einbürgerungsbewerberin nur im Besitz einer Duldung war, als rechtmäßiger Aufenthalt gewertet werden.

Weitere Voraussetzungen sind:

  • Er/sie muss im Besitz einer näher bestimmten Aufenthaltserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis sein,
  • der Lebensunterhalt muss aus eigenen Mitteln sichergestellt werden können; der Bezug von Arbeitslosengeld II (Hartz IV)oder Sozialhilfe stellt immer einen Ablehnungsgrund dar; dabei ist es unerheblich, ob der Antragsteller/die Antragstellerin den Bezug selbst zu vertreten hat;
  • der Antragsteller/die Antragstellerin sollte möglichst straffrei sein, wobei schon geringe Verurteilungen bzw. mehr als eine Verurteilung zur Ablehnung führen kann;
  • er/sie muss über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen (s. ausreichende Deutschkenntnisse),
  • er/sie muss sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bekennen; hierfür muss er/sie die so genannte \'Loyalitätserklärung\' unterschreiben.

Dies sind aber nur die grundlegenden Voraussetzungen. Näheres erfahren Sie bei einem Beratungsgespräch mit den Sachbearbeiterinnen der Staatsangehörigkeitsbehörde.  

Was bedeutet "rechtmäßig in Deutschland leben"?

Ob der Aufenthalt "rechtmäßig" war, hängt davon ab, welchen ausländerrechtlichen Aufenthaltsstatus Sie während Ihres Aufenthaltes in Deutschland hatten.

Anrechenbare Aufenthaltszeiten sind nur Zeiten, in denen der Ausländer

  • freizügigkeitsberechtigter Unionsbürger oder gleichgestellter Staatsangehöriger eines EWR-Staates - Island, Liechtenstein, Norwegen – ist oder als Staatsangehöriger der Schweiz eine Aufenthaltserlaubnis auf Grund des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Europäischen Gemeinschaft und Ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits über die Freizügigkeit (BGBl. 2001 II S. 810) besitzt,
  • eine Aufenthaltserlaubnis-EU oder eine Niederlassungserlaubnis oder eine Aufenthaltserlaubnis besitzt.  

Zeiten einer Duldung können grundsätzlich nicht, Zeiten einer Aufenthaltsgestattung nur unter bestimmten Voraussetzungen als rechtmäßig angerechnet werden. 

Was ist eine "Aufenthaltserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis"?

Aufenthaltserlaubnis

Es handelt sich hierbei um einen befristeten Aufenthaltstitel. Bei Ersterteilung wird regelmäßig ein konkreter Aufenthaltszweck (z. B. Familiennachzug, besondere Erwerbstätigkeit) gefordert.

Niederlassungserlaubnis

Dies ist das stärkste Aufenthaltsrecht, das Ausländerinnen und Ausländer im Anspruchswege erlangen können. Sie stellt ein eigenständiges Recht dar und darf nicht mit Auflagen versehen oder von Bedingungen abhängig gemacht werden. Die Niederlassungserlaubnis gilt unbefristet, sie berechtigt zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit.

Mehrstaatigkeit (Doppelte Staatsbürgerschaft)

Der Besitz von mehreren Staatsangehörigkeiten soll auch nach dem neuen Staatsangehörigkeitsrecht die Ausnahme bleiben. Die Ausnahmen sind gesetzlich in § 12 des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) geregelt.

Ausnahmegründe (Übersicht):

  • Sie sind EU-Bürger oder Staatsbürger der Schweiz.
  • Die Entlassung ist nach dem Recht des ausländischen Staates nicht möglich (rechtliche Unmöglichkeit).

Dies liegt vor, wenn es nach den Gesetzen des ausländischen Staates keine Möglichkeit gibt, die Staatsangehörigkeit aufzugeben.

So beispielsweise in:

  • Argentinien
  • Mexiko
  • Uruguay.
  • Bürger werden nie oder fast nie aus der Staatsangehörigkeit entlassen werden, obwohl die Entlassung nach den Gesetzen  des ausländischen Staates möglich ist (tatsächliche Unmöglichkeit).

Zu diesen Ländern gehören beispielsweise:

  • Afghanistan
  • Algerien
  • Libanon
  • Marokko
  • Syrien
  • Tunesien
  • Iran

Da die Staaten Ihre Ausbürgerungspraxis ändern können, wird eine Nachfrage bei der Einbürgerungbehörde empfohlen.

  • Der ausländische Staat verweigert die Entlassung aus Gründen, die Sie nicht zu vertreten haben (Versagen).

Voraussetzung ist, dass von Ihnen ein vollständiger Entlassungsantrag gestellt worden ist, den Ihr Herkunftsstaat schriftlich abgelehnt hat.

Zu vertreten haben Sie die Verweigerung der Entlassung, wenn diese sich darauf begründet, dass Sie Verpflichtungen gegenüber Ihrem Heimatstaat  (z.B. offene Stipendien, bestehende Steuerschuld oder Unterhaltsrückstände gegenüber Angehörigen im ausländischen Staat) nicht nachgekommen sind.

  • Beim ausländischen Staat konnte kein Entlassungsantrag gestellt werden, obwohl Sie sich sechs Monate ernsthaft darum bemüht haben und die Einbürgerungsbehörde diese Bemühungen amtlich begleitet hat.
  • Der ausländische Staat entscheidet nicht in angemessener Zeit.

Von einer unzumutbaren Wartezeit ist auszugehen, wenn der ausländische Staat nach zwei Jahren nicht über den ordnungsgemäßen Entlassungsantrag entschieden hat und voraussichtlich auch nicht in den nächsten sechs Monaten entscheidet.

  • Der ausländische Staat entlässt nur unter unzumutbaren Bedingungen.

Damit sind folgende Situationen gemeint:

  • dem Einbürgerungsbewerber entstehen durch das Entlassungsverfahren Kosten, die mindestens 1.278,23 € betragen und höher sind als sein durchschnittliches Bruttomonatseinkommen  oder der ausländische Staat entlässt nur nach abgeleistetem Wehrdienst und ein Freikauf ist unmöglich oder kostet mehr als das Dreifache des durchschnittlichen Bruttomonatseinkommens oder mehr als 5.112,92 € und der Bewerber

 - ist über 40 Jahre alt, wohnt seit mehr als 15 Jahren nicht mehr im Herkunftsstaat und von dieser Zeit mindestens 10 Jahre in Deutschland oder

 - könnte durch den Wehrdienst in einen Krieg mit Deutschland oder mit Deutschland verbündeten Staaten verwickelt werden oder

 - muss für den Wehrdienst mehr als zwei Jahre außerhalb Deutschlands getrennt von Ehepartner und minderjährigem Kind leben oder

 - verweigert den Wehrdienst aus Gewissensgründen, wobei der Heimatstaat keinen Ersatzdienst (vergleichbar Zivildienst in Deutschland) kennt. 

  • Einbürgerungsbewerber sind über 60 Jahre alt und erfüllen sonst alle Voraussetzungen für einen Rechtsanspruch auf Einbürgerung.

Ältere Personen

Personen, die mindestens 60 Jahre alt sind, dürfen Ihre alte Staatsangehörigkeit behalten,

  • wenn nur die Mehrstaatigkeit einer Einbürgerung entgegen steht,
  • die Entlassung auf unverhältnismäßige Schwierigkeiten stößt und
  • die Ablehnung der Einbürgerung eine besondere Härte bedeutet.

Auf unverhältnismäßige Schwierigkeiten stößt die Entlassung in folgenden Beispielen:

  • Sie können aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht persönlich in der Auslandsvertretung vorsprechen,
  • die Entlassung erfordert eine Reise in den Herkunftsstaat,
  • die ursprüngliche Staatsangehörigkeit ist unbekannt und lässt sich nicht oder nicht mit vertretbarem Aufwand klären.

Eine besondere Härte bedeutet die Versagung der Einbürgerung insbesondere dann, wenn

  • alle in Deutschland lebenden Familienangehörigen bereits deutsche Staatsangehörige sind oder
  • der Einbürgerungsbewerber seit mindestens 15 Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat.

Erhebliche Nachteile

Die ausländische Staatsangehörigkeit darf behalten werden, wenn die Nachteile bei der Aufgabe der ausländischen Staatsangehörigkeit erheblich mehr umfassen als lediglich den Verlust der Bürgerrechte dieses Staates.

Es müssen objektive Nachteile sein, die deutlich über das normale Maß hinausreichen.

Bei wirtschaftlichen und vermögensrechtlichen Nachteilen ist dies in der Regel der Fall, wenn sie mindestens € 10.225,84 € betragen und größer sind als ein durchschnittliches Bruttojahreseinkommen des Einbürgerungsbewerbers.

Wirtschaftliche und vermögensrechtliche Nachteile liegen vor, wenn

  • durch die Aufgabe der alten Staatsangehörigkeit das Erbrecht im ausländischen Staat beschränkt wird,
  • eine Entlassung aus der alten Staatsangehörigkeit voraussetzt, dass Grundstücke oder Wohnungen auf andere Personen übertragen werden, ohne einen angemessenen Gegenwert zu erhalten oder Immobilien deutlich unter Wert verkauft werden müssen,
  • Rentenansprüche oder Rentenanwartschaften verloren gehen,
  • geschäftliche Beziehungen zum ausländischen Staat konkret gefährdet wäre,
  • die Nachteile bei der Aufgabe der ausländischen Staatsangehörigkeit sind größer als nur der Verlust der Bürgerrechte (erhebliche Nachteile).
  • Der Einbürgerungsbewerber ist im Besitz eines Reiseausweises und als politisch Verfolgte anerkannt.

Als politisch Verfolgte gelten:

  • Asylberechtigte nach Art. 16 a Grundgesetz,
  • sonstige politisch Verfolgte im Sinne des § 3 Asylverfahrensgesetz,
  • im Ausland als Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention anerkannte Ausländer mit Aufenthaltsrecht in Deutschland.

 

Die Entlassung hängt von der Leistung des ausländischen Wehrdienstes ab

Ausländischer Wehrdienst (siehe auch Unzumutbarkeit)

Bei Ausländern, die in Deutschland aufgewachsen sind, kann die Einbürgerungsabteilung die alte Staatsangehörigkeit hinnehmen, wenn die Entlassung aus der bisherigen Staatsangehörigkeit von der Leistung des Wehrdienstes abhängig und ein Freikauf unmöglich ist oder mehr als das Dreifache Ihres Bruttomonatseinkommens oder mehr als 5.112,92 € kostet.

Der Einbürgerungsbewerber muss folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • er hat den überwiegenden Teil der Schulausbildung in deutschen Schulen (allgemein bildende Schule, Berufs- und Berufsfachschule) erhalten und
  • er ist im Bundesgebiet in deutsche Lebensverhältnisse sowie in das wehrpflichtige Alter hineingewachsen und
  • er ist im Herkunftsstaat wehrpflichtig.

Im Rahmen des Ermessens sind zu Gunsten des Einbürgerungsbewerbers insbesondere folgende Kriterien zu berücksichtigen:

  • Der Einbürgerungsbewerber kann noch in die Bundeswehr einberufen werden oder
  • der Wehrdienst im ausländischen Staat ist mit Nachteilen oder Belastungen verbunden, die einem deutschen Staatsangehörigen in vergleichbarer Lage nicht zugemutet werden würden.

 Zum Beispiel:

  - Der Einbürgerungsbewerber hat keine oder nur unzureichende Kenntnis der Sprache des Herkunftsstaates oder

 - dem Einbürgerungsbewerber sind die Sitten und Gebräuche des Herkunftsstaates nicht vertraut oder

 - der Einbürgerungsbewerber wäre längerfristig von nahen Angehörigen getrennt oder

 - es besteht die Gefahr, dass der Einbürgerungsbewerber einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz verliert oder eine Arbeitsstelle nicht antreten kann.

Was bedeutet "ausreichende Deutschkenntnisse"?

Eine Einbürgerung ist grundsätzlich nur möglich bei "ausreichenden Deutschkenntnissen".

In der Regel erfüllen Sie diese Voraussetzungen, wenn

  • Sie einen Schul-, Studien- oder Berufsausbildungsabschluss an einer deutschsprachigen Schule mit mindestens der Note ausreichend im Fach Deutsch erworben haben oder
  • Sie über ein Zertifikat Deutsch auf dem Niveau B1 oder einen gleichwertigen Abschluss verfügen. 

Wer entscheidet über Ihre Deutschkenntnisse und was wird von Ihnen verlangt?

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einbürgerungsbehörde prüfen, ob die von Ihnen vorgelegten Nachweise ausreichend sind.

Ist dies nicht der Fall, müssen Sie eine Bescheinigung über eine erfolgreiche Prüfung zum Zertifikat Deutsch vorlegen.

Diese Bescheinigung wird Ihnen ausgestellt von

  • allen Volkshochschulen (VHS Witten, Tel.: 02302/91050-0),
  • einem Teil  der Integrationskursträger (Kolpingwerk Witten, Tel.: 02302/91433-0 und Euroschulen Bochum, Tel.: 0234/540307) sowie
  • jedem Prüfungsinstitut mit einer telc Lizenz (www.sprachzertifikate.de).

Was bedeutet "ausreichende Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland"?

Eine Einbürgerung ist grundsätzlich nur möglich, wenn Sie ausreichende Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland nachgewiesen haben. Diese Voraussetzung haben Sie in der Regel erfüllt wenn Sie

  • über einen erfolgreichen Abschluss einer deutschen allgemeinbildenden Schule (Haupt-Real- oder Gymnasium) verfügen.

Der alleinige Abschluss eines Studiums oder einer Berufsausbildung ist nicht ausreichend.

Die Mitarbeiter der Einbürgerungsbehörde entscheiden darüber, ob die vorgelegten Nachweise ausreichen. Sollte die nicht der Fall sein, müssen Sie sich einem Einbürgerungstest unterziehen. Dieser wird in Witten von der Volkshochschule durchgeführt. Nach erfolgreichen Abschluss erhalten Sie als Nachweis ein Zertifikat.

Die Gebühr beträgt 25,00 € und ist vom Einbürgerungsbewerber zu tragen.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Volkschulzweckverband Witten/Wetter/Herdecke, Ruhrstraße 86, 58452 Witten,

Tel.: 02302/91050-0. 

Hinweis

Ohne Nachweis der geforderten Deutschkenntnisse und der staatsbürgerlichen Kenntnisse kann der Antrag auf Einbürgerung nicht entgegengenommen werden.

Ihre Ansprechperson