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Corona: Impfzentrum reagiert auf veränderte Liefermengen Kassenärztlichen Vereinigung stellt Online-Terminvereinbarung ein

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(pen) Weniger AstraZeneca, mehr BioNtech sowie das Abschalten der Terminbuchung für ab 80-jährige über die von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) betriebene Internetseite www.116117.de - auch Anfang dieser Woche müssen die für das Impfzentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises Verantwortlichen kurzfristig auf neue Gegebenheiten reagieren.

Aufgrund von Fehlern und Mängeln - unter anderem einer folgenlosen Abfrage des Alters - wurde das Angebot der Online-Terminreservierung am heutigen Dienstag von der KV abgeschaltet. Folge: Ab sofort können ab 80-jährige Bürgerinnen und Bürger des Ennepe-Ruhr-Kreises ihren Termin für das Impfzentrum in Ennepetal nur noch telefonisch vereinbaren. Dies ist täglich von 8 bis 22 Uhr unter der Nummer 0800/116117 02 möglich.

Mit dem Abschalten reagiert die KV auf Informationen aus einigen Kreisen und kreisfreien Städten. Zu den dortigen Impfzentren waren in den letzten Tagen immer wieder Menschen gekommen, die jünger als 80 sind, ihren Termin anders als vorgesehen über das KV-Portal gebucht hatten und an der Tür des Impfzentrums wegen der fehlenden Impfberechtigung mit BioNtech abgewiesen werden mussten. Zur Erinnerung: Das KV Portal ist mit dem Impfstoff von BioNtech "verbunden" und damit Terminen der Altersgruppe 80plus vorbehalten.

Nach dem Wiedereinstieg des Impfens mit AstraZeneca sagen derzeit rund 7 von 100 Bürgern ihren vereinbarten Termin im Vorfeld ab. Dazu kamen am gestrigen Montag 30, die einfach weggeblieben sind.

Das kurzfristige Weniger dieses Impfstoffes - diese Woche rund 1.000 Dosen im Ennepe-Ruhr-Kreis - bleibt aktuell ohne Folgen. "Wer einen Termin hat, kann auch geimpft werden", stellt Dr. Christian Füllers, ärztlicher Leiter des Impfzentrums, klar. Möglich werde dies unter anderem, weil für die aufsuchenden Impfungen in Einrichtungen der Eingliederungshilfe Impfstoff von Moderna eingesetzt werden soll und damit AstraZeneca frei werde.

Grundsätzlich bewertet Dr. Füllers den Stand der Impfstofflieferungen kritisch. "Immer wieder wird ein ´Mehr´ angekündigt, faktisch verwalten wir hier vor Ort aber nach wie vor einen Mangel. Das aktuelle `Weniger´ an AstraZeneca steht hierfür quasi beispielhaft."

Gerne würde das Impfzentrum mehr Mitgliedern der aktuell impfberechtigten Berufs- und Personengruppen Termine anbieten. Um dies leisten zu können, waren mit der Kassenärztlichen Vereinigung für die Zeit ab April bereits um zwei Stunden längere Öffnungszeiten (20 bis 22 Uhr) vereinbart worden. Angesichts der unklaren Verfügbarkeit von AstraZeneca sind weitere Terminvereinbarungen derzeit aber unmöglich, ob die längeren Öffnungszeiten tatsächlich ausgeschöpft werden können, ist unklar.

Von der Lieferdebatte unbeeindruckt sollen alle in der letzten Woche ausgefallenen rund 900 AstraZeneca Termine so zeitnah wie möglich nachgeholt werden. Dafür haben die für das Impfzentrum Verantwortlichen die Öffnungszeiten in den Abendstunden aktuell um zwei Stunden verlängert.

Das damit verbundene Plus an Kapazität wird auch genutzt, um die vom Land Ende der letzten Wochen angekündigten zusätzlichen BioNtech Dosen an die ab 80-jährigen zu verimpfen. Die notwendigen Termine konnten und können über das Portal der Kassenärztlichen Vereinigung gebucht werden. Seit heute allerdings eben nur noch telefonisch (0800/116117 02).

Wann neben den ab 80-jährigen sowie den Mitgliedern einer Vielzahl von Berufs- und Personengruppen weitere Bürger Impfangebote erhalten, hat das Land Nordrhein-Westfalen noch nicht bekanntgegeben. Dies gilt unter anderem auch für Vorerkrankte. Nach dem aktuellen Impferlass sollen sie nach Ostern bei ihrem Hausarzt immunisiert werden können. Eine klare Absage hat das NRW-Gesundheitsministerium mit Hinweis auf die Erlasslage auch Überlegungen der Stadt Gelsenkirchen erteilt, in die Impfzentren bereits jetzt die 70- bis 79-jährigen einzuladen.

Stichwort Schnelltest-Konzepte von Unternehmen

Zahlreiche Unternehmen haben dem Gesundheitsamt in den letzten Tagen ihre Konzepte für Schnelltests unter ihren Mitarbeitern eingereicht. Hierzu lautet der klare Hinweis aus dem Schwelmer Kreishaus: Diese Konzepte sind von den Firmen mit ihren Betriebsärzten und nicht mit dem Gesundheitsamt abzustimmen.

Quelle: Pressestelle Ennepe-Ruhr-Kreis, 23. März 2021

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