Pferdebach - Einzelansicht  - Stadt Witten

Infoveranstaltung Pferdebachstraße: Anlieger kamen zu Vortrag und Dialog ins Stadtwerke-Haus

Zu Gast bei den Stadtwerken: Tiefbauamtsleiter Jan Raatz informiert die Anlieger über die Baumaßnahme Pferdebachstraße (Foto: Stadt Witten)

Für 100 Menschen hatten die Stadtwerke Witten als räumlicher Gastgeber der städtischen Infoveranstaltung „Pferdebachstraße“ ihr Foyer bestuhlt. Als es um kurz nach 18 Uhr am Dienstagabend (7.5.) losging, waren alle Stühle besetzt, die Stimmung entspannt-erwartungsvoll.

Jan Raatz, Leiter des städtischen Tiefbauamtes, begrüßte die Gäste zu Beginn des Info-Abends mit einem herzlichen Wunsch: „Unser Ziel ist, dass Sie am Ende des Abends mit dem Gefühl nach Hause gehen, von uns gut informiert worden zu sein!“ Mit ‚uns‘ meinte Raatz neben seiner eigenen Person den städtischen Bauleiter (Tiefbauamt), die Stadtwerke Witten und die Entwässerung Stadt Witten (ESW) sowie die ausführende Baufirma Depenbrock, mit ihren jeweiligen Vertretern.

Präsentation als gemeinsamer Einstieg in den Abend

Los ging’s mit einer Präsentation, sichtbar auf zwei Bildschirmen, um den bisherigen 1. Bauabschnitt (gestartet im August 2018) sowie den aktuellen 2. Bauabschnitt (seit 23. April) zu erläutern. „Diese Baustelle hat eine enorme Größenordnung und ist für Witten sicherlich seit langer Zeit ein einmaliges Projekt, zumindest im Straßenbau“, begann Raatz seine Ausführungen über Fahrbahnverbreiterungen, Brückenbau, neue Gehwege, Radfahrstreifen, Signalisierungen und Kreisverkehre. Nicht zu vergessen Kanalbau, ein Mittelstreifen (mit zusätzlicher Funktionen: Erleichterung der Fahrbahnquerung und Abbiegehilfe), Anpassung des Bahnübergangs und barrierefreier Umbau der Bushaltestellen mitsamt Wartehäuschen und Sitzgelegenheiten.

Bauabschnitte und Teilabschnitte

Während der 1. Bauabschnitt, anders als ursprünglich erwartet, weiter andauert, erfolge der aktuelle 2. Bauabschnitt in 3 Teilabschnitten: Zunächst mit den derzeitigen Arbeiten im Fahrbahn- und Randbereich stadteinwärts, danach auf der anderen Straßenseite stadtauswärts, und schließlich werden dann der Mittelstreifen und die endgültige Fahrbahndecke hergestellt. „Die Knotenpunkte (d.h. die Kreisverkehre), die auch noch erstellt werden müssen, sind dann nicht so leicht zu bauen wie die geraden Straßenstücke“, erläuterte Raatz die weiteren Herausforderungen, „zudem müssen wir für Leitungsverlegungen zeitweise die Straße queren, müssen Bordstein- und Pflasterarbeiten erledigen, Fundamente für Beleuchtung und Signalisierung (d.h. Ampeln) anlegen, damit schlussendlich noch die Fahrbahn markiert und die Begrünung gepflanzt werden kann.“

Sperrungen, Umleitungen, Erreichbarkeit Grundstücke, Busverkehr

Vor dem gemeinsamen Blick auf die aktuellen Einschränkungen schickte Raatz vorweg: „Unser Planungen verfolgen immer zwei Ziele: Dass wir vernünftig bauen können, und dass wir den Verkehr sicher an den Bauarbeiten vorbei führen.“

Vernünftig bauen bedeute beispielsweise, dass kurze Bauabschnitte zu aufwändig seien, weil man beispielsweise ständig Baufahrzeuge versetzen und Sperrbereiche anpassen müsse.

Sichere Verkehrsführung bedeute heute und bis auf weiteres, dass die Einbahnstraßenregelung stadteinwärts auch beim Wechsel auf die andere Straßenseite bleibt, jedoch ohne Radverkehr. Der müsse im 2. Bauabschnitt, der wie alle Abschnitte mit Feuerwehr, Verkehrsunternehmen und Polizei abgestimmt sei, über die beiden großen Umleitungen (Ardeystraße, Dortmunder Straße, Stockumer Straße, Wullener Feld bzw. Ardeystraße, Crengeldanzstraße, Hörder Straße) fahren. „Klar“, betont  Raatz, „dass ortskundige deutlich kürzere Wege kennen und fahren. Unsere amtliche Umleitung muss aber so beschildert sein, dass sie auch vom Schwerlastverkehr genutzt werden kann.“ Speziallösungen innerhalb der Pferdebachstraße konnten aber für Feuerwehr und Rettungsdienst gefunden werden.

Zur Erreichbarkeit privater Grundstücke erläuterte Raatz, dass natürlich alle Zufahrten weitgehend offen bleiben – wobei er erläuterte, dass „weitgehend“ heißt, dass „auch vor Ihrer Tür natürlich mal Erdaushub oder Pflasterarbeiten gemacht werden müssen. Diese Arbeiten versuchen wir natürlich kurz zu halten.“

Mit Fragen zum Busverkehr müsse man die Verkehrsbetriebe am besten auf direktem Wege ansprechen (Tel. VER: 02333 / 978-510), da sie zwar selbstverständlich jederzeit von der Stadt Witten über die Baustelle informiert würden, aber ihre Linienführung und Fahrplantaktung selbst bestimmen.

Fragen, Anregungen, Wünsche

„Bevor mein Vortrag endet und Sie gerne Fragen stellen, ist mein wichtiger Appell heute Abend: Wenn Sie ein Anliegen haben, das für uns nicht offenkundig ist – sei es eine Heizöllieferung, ein Pflegetransport oder anderes –, sprechen Sie uns unbedingt möglichst frühzeitig an!“

Mit diesen Worten verwies Raatz noch einmal auf die Baustellenhotline (Tel. 581 4444) und auf das eigens eingerichtete E-Mail-Postfach pferdebachstraße(at)stadt-witten.de (siehe auch Kontaktformular auf www.witten.de).

Fragen aus dem Plenum

So umfangreich der Vortrag war – Fragen gab es danach dennoch, und genau so sollte es ja auch sein! Zumal schnell deutlich wurde, dass natürlich nicht nur Anwohner der Pferdebachstraße ins Foyer der Stadtwerke gekommen waren, sondern auch Bewohner von Ziegelstraße, Rebecca-Hanf-Straße, Leostraße, Johannes-Busch-Weg und Königsberger Straße.

Zwei Mikrofone durchwanderten die Reihen, und mit kurzer Namensnennung und dem Hinweis, wo man wohnt, kamen die Anwohner zu Wort, um auch ganz konkrete Anliegen (barrierefreie Erreichbarkeit bestimmter Stellen; Belange des Ev. Friedhofs; Sichtbehinderungen durch Schilder vor dem eigenen Fenster; etc.) anzusprechen.

Was Raatz und die Fachleute unmittelbar beantworten konnten, wurde im Mikrofon-Dialog besprochen. Anderes nahm er „gerne mit, wir kümmern uns darum“ – oder bot an, es direkt nach dem ‚offenen Mikro‘ in einem Nebengespräch zu klären.

Wer mit welchem Gefühl gegen 20 Uhr nach Hause ging, ist natürlich schwer zu beurteilen. Herzlich bedankte sich Raatz aber im Namen seines „Teams“ für das freundliche Interesse und wichtige Anregungen.

 

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