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Global gegen Gewalt an Frauen

Deutsch, Englisch, Arabisch, Türkisch – vier Fahnen am Kornmarkt stehen seit gestern für eine globale Aktion, an der sich auch die Stadt Witten beteiligt. Der traurige Anlass: Gewalt an Frauen. Diese ist weltweit noch immer ein großes Problem und tritt auch in Witten auf – oft ungesehen, weil es hinter verschlossenen Türen passiert und mit einem Tabu belegt ist. „Deshalb ist es wichtig, dass Frauen die Hilfsangebote kennen, sich aber auch vernetzen um gemeinsam vorzugehen“, sagte Bürgermeisterin Sonja Leidemann.

Gemeinsam mit anderen Frauen aus Witten hisste Bürgermeisterin Leidemann gestern zum 15. Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen die Flaggen von Terre des Femmes, wie weltweit in zahlreichen Städten. Die Organisation Terre des Femmes hat diese Flaggen entworfen, die nun für die globale Solidarität der Frauen steht. Ebenso weltweit verwenden die Aktivist*innen die Farbe Orange, die bei den Vereinten Nationen (UNO) für den Kampf gegen Gewalt steht.

„Gewalt an Frauen betrifft nicht nur die sichtbaren Gewaltformen“, sagt Cornelia Prill, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Witten. Auch seelische Gewalt zählt dazu. Immer wieder übernehmen Männer auch die Kontrolle über das Sozialleben ihrer Frauen. „Selbst betroffene Frauen erkennen teilweise nur schwer, dass sie in einer zerstörerischen Beziehung sind“, so Cornelia Prill. Der Übergang von einer respektvollen Beziehung zu Kontrolle und physischer Gewalt ist oft ein schleichender Prozess. Zwar geht häusliche Gewalt bisweilen auch von Frauen aus, viel häufiger jedoch sind sie die Opfer. In jedem Fall gilt der Slogan, den der Runde Tisch EN gegen Häusliche Gewalt  des Ennepe-Ruhr-Kreises in diesem Jahr gewählt haben: Liebe ist #Respekt #Vertrauen #gewaltfrei

Die Aktion wird heute um 15 Uhr fortgesetzt mit einem Infostand im Eingangsbereich der Stadtgalerie Witten, Hammerstraße 9-11. Bürgermeisterin Sonja Leidemann und die Gleichstellungsstelle der Stadt Witten haben unter anderem Kontaktadressen für betroffene Frauen und geben Tipps für Menschen, die den Verdacht haben, dass in ihrem Umfeld eine Frau von Gewalt betroffen ist.

Im Ennepe-Ruhr-Kreis haben vor bereits 20 Jahren Institutionen und Fachleute aus Justiz, Polizei, dem Opferschutz, den Beratungsstellen, dem Frauenhaus, der Frauenberatung, dem Gesundheitswesen und die Gleichstellungsbeauftragten der Städte und der Kreisverwaltung den „Runden Tisch EN gegen Häusliche Gewalt“ initiiert. Ziel ist es, den gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern im Ennepe-Ruhr-Kreis ein sichereres Leben zu ermöglichen. Dass diese Arbeit noch immer notwendig ist, zeigen die Zahlen der Kreispolizeibehörde. In den neun Städten der Kreispolizeibehörde (zuständig für alle Städte außer Witten) sind 293 Fälle häuslicher Gewalt, 125 Wegweisungen der Gewalttätigen aus Wohnungen und 168 Vermittlungen der Betroffenen an Beratungsstellen festgehalten. Die Dunkelziffer ist unbekannt.

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