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Gespinste in Bäumen und Büschen: Nicht immer ist es der Eichenprozessionsspinner

Nahaufnahme Eichenprozessionsspinner

Nest von Eichenprozessionsspinnern

Baum mit Gespinsten

Raupe der Gespinstmotte an einem Faden

Dort in dem Baum, ist das nicht der Eichenprozessionsspinner? Dessen Raupen sind gerade aktiv. Aber gleichzeitig sind auch die Raupen der Gespinstmotte aktiv. Beide Raupen sind sich in vielem ähnlich, in einem wichtigen Punkt aber unterscheiden sie sich: „Nur die Eichenprozessionsspinner sind giftig und werden deshalb von einer Spezialfirma entfernt“, erklärt Carsten Heier vom Betriebsamt der Stadt Witten und zuständig für den Baumschutz im Stadtgebiet. Wie aber lassen sie sich unterscheiden?

Nur an Eichen könnte Gefahr drohen

Das einfachste Kriterium lässt sich aus den Namen ableiten: Der Eichenprozessionsspinner lebt ausschließlich an Eichen. Gespinste an anderen Bäumen oder an Büschen sind wahrscheinlich von der Gespinstmotte. Das sieht seltsam und gespenstisch aus, die Raupen sind aber zumindest für den Menschen harmlos. Selbst die oft kahlgefressenen Büsche treiben nach einigen Wochen wieder aus.

Klein und kompakt oder über die ganze Pflanze?

Doch auch die Gespinste sehen unterschiedlich aus. Die Eichenprozessionsspinner bilden kompakte, etwa Schneeball-große Nester, bei der Gespinstmotte sind häufig die ganze Pflanze oder zumindest große Teile davon betroffen. Zudem sind die Fäden auffällig, die sich zwischen den Zweigen spannen.

Beide Raupen bauen die Nester, Gespinste genannt, um sich darunter zu schützen. Die Gespinstmotte hat dabei die bemerkenswerte Eigenheit, dass einzelne Raupen sich ständig darum kümmern, Schäden am Gespinst auszubessern. Diese Tiere verpuppen sich nicht und werden somit auch nicht zum Schmetterling.

Bis zu zehn Meter lange Raupen-Ketten

Ein weiteres Erkennungsmerkmal des Eichenprozessionsspinners lässt sich ebenfalls aus dem Namen ableiten: Die Raupen bilden „Prozessionen“. Die Tiere fressen in der Regel nachts. Dazu wandern sie in einer Reihe hintereinander den Baumstamm und die Äste entlang. Diese Ketten können bis zu zehn Meter lang werden.

Wo kann ich Verdachtspunkte melden?

Für den Eichenprozessionsspinner gibt es eine eigene Rubrik im Mängelmelder „Da is wat“ der Stadt Witten (https://daiswat.witten.de). Das ist auch der beste Weg, befallene Pflanzen im öffentlichen Raum (nicht auf Privatgrundstücken) zu melden. „Wer einen Befall meldet, sollte auf jeden Fall den Standort angeben und möglichst auch ein oder mehrere aussagekräftige Fotos einstellen“, bittet Carsten Heier. Die Meldung geht dann direkt an das Betriebsamt der Stadt Witten. Die Experten dort erkennen in der Regel gleich, ob es sich tatsächlich um den Eichenprozessionsspinner handelt. Wenn das der Fall ist, informieren sie eine Spezialfirma, die den Befall innerhalb von 48 Stunden entfernt.

Problematische Raupe, unscheinbarer Nachtfalter

Der Eichenprozessionsspinner ist ein graubrauner, also eher unscheinbarer Nachtfalter. Seine Raupen jedoch tragen mikroskopisch kleine Gifthaare, die auf der Haut und an den Schleimhäuten allergische Reaktionen hervorrufen und damit für Menschen und Nutztiere gefährlich sein können. Diese Brennhaare bilden sich ab Ende Mai bis Anfang Juni aus. Wegen der Risiken werden die Tiere durch eine Spezialfirma und unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen entfernt.

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