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Kornmarkt: Ausschuss befasst sich mit Entwürfen in öffentlicher Sitzung am 8. März

Kornmarkt heute (Foto: Jörg Fruck, Stadt Witten)

Seit 20 Jahren ist der Wunsch nach einer geeigneten Kornmarkt-Bebauung eine Gemengelage aus Geschmacksfragen, Geldfragen und städtebaulichen Anforderungen. Der neueste Anlauf geht jetzt immer konkreter auf eine Entscheidung zu: Am 8. März beschäftigt sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umweltschutz (ASU) mit vier Entwürfen, die seit Ende Dezember 2017 in der Verwaltung vorliegen und von denen zwei von einem Auswahlgremium eindeutig – nämlich einstimmig – favorisiert wurden.

Beauftragt worden war dieses Verfahren (Auswahlgremium ohne Politiker soll sich vorbefassen, Ausschuss entscheidet dann) von der Politik, die auch die Auflage machte, dass die Entwürfe sowohl Kaufpreis- als auch Architekturanforderungen erfüllen und ein Nutzungskonzept mitbringen sollten. Mit dem plausiblen Ziel, dass für einen gewollten Vorschlag dann auch direkt ein Investor bereit stehe. Würde einer der zwei Favoriten, über die am 8. März beraten wird, tatsächlich politisch gewählt, könnte schon in der folgenden ASU-Sitzung im Mai ein Kaufbeschluss erfolgen. Aber zunächst ein Blick auf die Entwürfe, die man sich natürlich auch online anschauen kann: hier, TO3, Anlage 1 (Ergebnisse Investorenauswahlverfahren Kornmarkt).

Breit aufgestelltes Auswahlgremium bewertete mit hohen Ansprüchen

Die Ansprüche für den Kornmarkt sind hoch, das formulierte Bürgermeisterin Sonja Leidemann bei der Vorstellung der Favoriten: „Wir wollen Impulse für die Innenstadt, wir wollen die Entwicklung des Johannisviertels mitsamt Ruhr- und Hauptstraße voran treiben, und dabei soll die Bebauung natürlich Akzeptanz finden und auch städtebaulich markant sein.“ Stichwort Akzeptanz: „Vor einer politischen Entscheidung war deshalb besonders wichtig, dass auch Akteure aus der Nachbarschaft neben den verwaltungsinternen und den externen Bauexperten im Auswahlgremium sitzen“, betont Stadtbaurat Stefan Rommelfanger.

Mitglieder des Auswahlgremiums, das am 8.2. ein einstimmiges Votum abgegeben hat, waren: Dr. Torsten Bölting, Stadtplaner, Geschäftsführung InWis, Sachverständiger für Wirtschaftlichkeit // Karl-Dieter Hoeper, Vorsitzender der Standortgemeinschaft Witten-Mitte // Wolfram Linnemann, Pfarrer, Vertreter der Johanniskirchengemeinde // Sebastian Paulsberg, Leiter des Planungsamtes // Prof. Christa Reicher, Büro Reicher Haase, Architektin und Stadtplanerin, TU Dortmund // Anja Reinken, Leiterin des Amtes für Bodenmanagement und Wirtschaftsförderung // Stefan Rommelfanger, Stadtbaurat // Thomas Sebralla, Architekt, Vertreter der Wittener Architektenschaft.

2 Favoriten sind im Rennen

Bei der Vorstellung der Favoriten in einem Medientermin erläuterte Rommelfanger: „Der erste Platz ist klar besetzt, weil der Entwurf [Architekten: Kemper, Steiner und Partner; Investor: Markus Bau] durch seinen städtebaulichen Mix, die hochwertige und prägnante Architektur überzeugt.“ Hinzu kommen wichtige Qualitäten wie die Erdgeschossnutzung für Gastronomie, was wiederum den Platz belebe. Die Bebauung selbst beherberge 34 Wohneinheiten mit 40 bis 100 Quadratmetern – sinnvollerweise mit einer Tiefgarage unter dem Platz. Außerdem „betont der Entwurf die Sichtbeziehungen zur Johanniskirche und eine gute fußläufige Verbindung zum Johannisviertel“, zeigte Rommelfanger an großformatigen Visualisierungen. Die Kaufpreisanforderungen der Stadt erfüllten selbstverständlich alle Entwürfe. Die Platzgestaltung ist in allen Varianten noch offen, denn diese Planung des öffentlichen Raums wird Aufgabe der Stadt sein – inklusive der Frage, wie der Sackträgerbrunnen dort verortet werden könnte.

Zweiplatziert ist ein Entwurf [Architekten: RKW Architektur+, Investor: List AG], der mit 55 Wohneinheiten ebenfalls eine spezielle Architektur mit Loggien, Dachterrassen und einer belebenden Erdgeschossnutzung mitbringt. Auch hier gehört sinnvollerweise eine Tiefgarage zur Wohnbebauung. „Diesen Entwurf konnte sich das Gremium ebenfalls einstimmig auf dem Kornmarkt vorstellen“, erklärte Rommelfanger, erläuterte aber auch die Gründe für den zweiten Platz: „Insgesamt fanden wir hier die Bebauung und die Gastronomieangebote etwas zu groß, aber bei beiden favorisierten Entwürfen gilt, dass die Architekten natürlich zu Anpassungen bereit und in der Lage sind.“

Öffentliche Erläuterungen am 8. März von Prof. Christa Reicher

Die zwei Entwürfe, die das Auswahlgremium nicht empfiehlt, sind für die politische Entscheidung bereits außen vor. Bleibt mit Spannung abzuwarten, wie der ASU am 8. März (Donnerstag) über die Favoriten befindet. Die renommierte Stadtplanerin Prof. Christa Reicher wird die Entwürfe in der öffentlichen Sitzung erläutern. Wittener/innen sind ganz herzlich eingeladen, den Ausführungen zu lauschen und alle Abwägungen – warum dieser Entwurf, warum nicht jener? – noch einmal nachzuvollziehen. Wer sich genauer informieren möchte, schaut auf www.witten.de ins Ratsinformationssystem. Dort sind die komplette Tagesordnung und die öffentlichen Vorlagen zu finden. Natürlich auch mit Bildern der Entwürfe.

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