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Zur Kritik unserer Erinnerungskultur: Das Gedenken an die Novemberpogrome 1938 in Witten

Ausgebrannte Wittener Synagoge am Morgen des 10. November 1938, Foto: Haarmann, Repro J. Fruck, Stadtarchiv Witten, Fotosammlung

1938

Die Veranstaltung „Zur Kritik unserer Erinnerungskultur“ thematisiert die Novemberpogrome 1938: Wie könnte ein zeitgemäßes Gedenken daran aussehen, das auch den aktuellen Antisemitismus berücksichtigt? Um diese Frage geht es am Mittwoch, 24. Oktober, ab 19.30 Uhr (Einlass: 19 Uhr) im Trotz Allem, Wideystr. 44. Der Eintritt ist frei.

Ritualisierung statt Reflektion?

Die Referentinnen und Referenten Ralph Klein, Regina Mentner, Esther Stabenow und Lasse Wichert werden die Diskussion begleiten. Sie werfen auch die Frage auf, ob die seit Jahrzehnten in Witten regelmäßig stattfindenden Gedenkveranstaltungen zum 9./10. November 1938, die einem sich wiederholenden Muster folgen, ritualisiert und wenig reflektiert sind. Die Gefahr bei dieser Form des Gedenkens droht, dass sie zur bloßen Routine erstarrt. Zudem besteht das Risiko, weder auf neue historische Erkenntnisse noch auf die sich gewandelten gesellschaftlichen Bedingungen zu reagieren, unter denen an die Verfolgung und Vernichtung der Juden Europas erinnert wird. Manche an den Gedenkveranstaltungen Teilnehmenden empfinden diese als rein formal und „gut gemeint“, zumal geschichtsrevisionistische Positionen immer häufiger und unverhohlen in der öffentlichen Diskussion bei gleichzeitiger Zunahme antisemitischer Gewalt eingenommen werden. Und warum wird der Juden als Opfer gedacht und nicht auf die Täter, die doch aus der Wittener Stadtgesellschaft kamen, hingewiesen?

Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus

Vortrag und Diskussion sind Teil einer Veranstaltungsreihe zum Thema „Antisemitismus und Erinnerungskultur“. Veranstalter ist das Soziokulturelle Zentrum „Trotz Allem“ in Kooperation mit dem Stadtarchiv Witten, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Witten, AG Witten und dem Jugendforum des Jugendrings Witten anlässlich der nationalsozialistischen Novemberpogrome 1938 vor 80 Jahren. Von den gewaltsamen Ausschreitungen am 9./10. November 1938 waren auch Wittener Jüdinnen und Juden betroffen und die 1885 eingeweihte Wittener Synagoge wurde von Nationalsozialisten niedergebrannt.

Die Veranstaltungsreihe wird aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben“ für das Jugendforum des Jugendrings Witten mit freundlicher Unterstützung des Wittener Ortsverband Bündnis 90 / Die Grünen gefördert.

Weitere Veranstaltungen

- Donnerstag 8.11.2018, 19:30 Uhr: „Die Novemberpogrome 1938 in Witten“, Vortrag von Ralph Klein im Stadtarchiv Witten

- Freitag 9. November 2018: 15 Uhr: Erinnern für die Zukunft – Husemannstraße 17 („Villa Eichengrün“);

- Freitag 9. November 2018: 16 Uhr: Buchvorstellung mit Lesung (Bibliothek Witten, Lesecafé, Husemannstraße 12);

- Freitag 9. November 2018: 18 Uhr: Gedenkveranstaltung am Ort der ehemaligen Synagoge mit Fortsetzung im Gemeindezentrum der Johannis-Kirchengemeinde und u. a. der Ton-Bild-Schau „Darüber weine ich so und mein Auge fließt von Tränen“ von Jörg Fruck.

Ausführlichere Informationen zu den Veranstaltungen folgen.

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