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Bild: Jörg Fruck

Immer mehr Menschen heiraten und sterben in Witten

Hände und Eheringe

Corona sorgt derzeit eher für negative Rekorde, aber es gibt immer noch positive Nachrichten: Die Zahl der Trauungen steigt seit Jahren, die Pandemie-bedingten Absagen haben diese Entwicklung lediglich auf hohem Niveau eingetrübt. Ein möglicher Spitzenwert wurde verpasst. Aber auch die Zahl der Todesfälle in der Stadt nimmt seit Jahren zu.

Seit 2013 liegt die Zahl der Eheschließungen in Witten über 700, auch in dem wenig hochzeits-freundlichen Jahr 2020 lag sie mit 709 knapp darüber (darunter 15 gleichgeschlechtliche Ehen). Die ursprünglichen Anmeldezahlen deuten aber auf einen klar steigenden Trend hin. Waren es im Jahr 2017 noch 781 Trauungen, stieg die Zahl im Folgejahr auf 838, 2019 dann auf 850. Der Anstieg liegt einerseits im Bundestrend, ist gleichzeitig aber auch ein Indiz für das attraktive Angebot in Witten.

Heiraten in Witten ist attraktiv

„Die Ambiente-Orte werden sehr gerne genommen für Hochzeiten“, berichtet Volker Banhold, Leiter des Standesamts Witten. Schloss Steinhausen, die „Schwalbe“, die Zeche Nachtigall, aber auch Haus Hohenstein und Haus Herbede sowie der Trauort Haus Witten locken häufig auch Externe an. „Etwa die Hälfte der Brautpaare kommt nicht aus Witten“, weiß Banhold.

Zwei weitere Stärken seines Angebots hat der Leiter des Standesamts ausgemacht. Die Möglichkeit, am Freitagnachmittag oder am Samstag zu heiraten, wird sehr gerne genutzt. Über 400 Trauungen, also deutlich mehr als die Hälfte, fanden 2020 in diesen beiden Zeiträumen statt. Zugleich ist es mit dem Traukalender sehr unkompliziert möglich, einen Termin zu vereinbaren: zu jeder Tages- und Nachtzeit und vom heimischen Sofa aus.

Auch gleichgeschlechtliche Ehen 2020 rückläufig

Seit 2017 dürfen in Deutschland gleichgeschlechtliche Paare heiraten. 2020 entschieden sich 15 Paare für ein Ja-Wort, das sind weniger als im Jahr zuvor und als im Rekordjahr 2018, als 34 gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen wurden. Paare, die vor 2017 eine eingetragene Partnerschaft geschlossen hatten, können diese in eine Ehe umwandeln lassen. Während im Jahr 2017 noch 16 Paare diese Möglichkeit genutzt hatten und 2018 sogar 18 Paare, kam dies im Jahr 2020 gar nicht mehr vor.

Todesfälle seit einigen Jahren ansteigend

Ebenfalls gestiegen ist in den vergangenen Jahren die Zahl der beurkundeten Todesfälle, auf 1647. Das waren etwa 200 mehr als in den beiden Vorjahren oder sogar 300 mehr als im Jahr 2016. Das bedeutet aber nicht, dass die Wittenerinnen und Wittener beschleunigt „aussterben“. Sie sei eher ein Indiz für die wichtige Arbeit des Hospiz Witten, vermutet Banhold. Viele Menschen kämen von außerhalb Wittens, um sich auf ihrem allerletzten Weg begleiten zu lassen.

Ob die Opfer der Corona-Pandemie einen spürbaren Einfluss auf die Wittener Todeszahlen haben, ist daher schwer zu sagen. Der Dezember, in dem 26 Menschen in Witten an Covid19 starben, liegt um immerhin 15 Verstorbene über dem Jahresschnitt: 152 Tote insgesamt, im Durchschnitt waren es 2020 pro Monat nur 137. Zu den Vorjahren ist der Unterschied noch größer: Im Dezember 2019 waren 119 Personen gestorben, 2018 waren es 90, 2017 105. Der Dezember 2020 liegt also über dem Schnitt, mindestens ein Teil dieser Entwicklung kann aber auch durch den Gesamttrend zu erklären sein.

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