Corona Einzelansicht  - Stadt Witten

SAE – Was ist denn das?

Blick in den Stabsraum mit Tischen, Stühlen und technischer Ausstattung

„Stab für außergewöhnliche Ereignisse“ – warum können die das nicht einfach „Krisenstab“ nennen? Wann tagt dieser SAE denn? Und wer sitzt da überhaupt drin? Im Zuge der Corona-Krise wurde der SAE der Stadt Witten immer wieder erwähnt, er ist aber keinesfalls nur für Pandemien da. Trotzdem ist der aktuelle Stab doch sehr besonders – und absolut wertvoll. „Im SAE ist es uns gemeinsam gelungen, dass unsere Stadt in dieser schwierigen und vor allem anfangs auch hektischen Zeit immer gut vorbereitet und aufgestellt war. Ich danke deshalb allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit“, lobt Bürgermeisterin Sonja Leidemann. Wegen der besonderen Bedeutung der Corona-Pandemie leitet die Bürgermeisterin diesen SAE.

Die „außergewöhnlichen Ereignisse“ sind schon das richtige Stichwort. Genau für solche Fälle ist der SAE nämlich vorgesehen. Das können Unwetter sein, Großfeuer oder eben gravierende Krankheitsausbrüche wie aktuell die Corona-Pandemie.

Schneller Überblick, schnelle Entscheidungen – trotz Unsicherheit

All das sind Lagen, in denen es wichtig ist, schnell einen Überblick zu bekommen und schnell Entscheidungen zu treffen. Genau dafür ist der SAE da. Deshalb sitzen Vertreterinnen und Vertreter der Feuerwehr und von weiteren Ämtern der Stadtverwaltung im Stab, manchmal auch von angeschlossenen Institutionen wie den Stadtwerken oder dem Kulturforum, bisweilen externe wie die Polizei. Wer genau dabei ist, ist abhängig von der Art der Krise. „Der SAE fällt Entscheidungen unter Unsicherheit. Für die Feuerwehr ist das ganz normal, für die Verwaltung ungewohnt“, beschreibt Stadtkämmerer Matthias Kleinschmidt, der auch für die Feuerwehr verantwortlich ist, die Arbeit.

Aktuell ist die Verwaltung sehr stark vertreten, unter anderem mit dem Ordnungsamt, dem Amt für Jugendhilfe und Schule, dem Amt für Personal und Organisation und der Fachkraft für Arbeitssicherheit, weil die Corona-Regeln sich auch auf interne Abläufe sehr stark auswirken. Immer dabei: das Referat für Kommunikation, um die Öffentlichkeit ebenso wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung so gut wie möglich auf dem Laufenden zu halten. Ein „Führungs- und Entscheidungsgremium“, nennt Mario Rosenkranz, Leiter der Feuerwehr Witten, den SAE.

„Vor die Lage kommen“

Ein Sturm, ein Feuer, eine Überschwemmung ziehen sich im schlimmsten Fall über ein paar Tage. Corona begleitet uns nun bereits seit über zwei Monaten. Das macht die Arbeit im Stab sehr unterschiedlich. Das Virus lässt ein wenig mehr Zeit für Entscheidungen, die Gefahr ist dafür viel schwerer greifbar. „Wir müssen vor die Lage zu kommen“, sagt Feuerwehrchef Rosenkranz immer wieder. Also vorbereitet sein, nicht den Entwicklungen hinterherlaufen. Derzeit müssen die Beteiligten oft abwägen, um Entscheidungen mit Augenmaß zu treffen: Wie viele Personen können ohne Risiko bei Hochzeiten dabei sein? Wie können wir Sporthallen verantwortlich wieder öffnen? Wie organisieren wir die Kita-Betreuung? Die Entscheidungen können Bürgerinnen und Bürger auf Dauer übermäßig einschränken – oder sie setzen die Menschen einem unnötig hohen Risiko aus.

Bleibt immer noch eine Frage: Warum heißt diese Institution denn nicht einfach „Krisenstab“? Dahinter steckt ein verwaltungstechnisches Detail: In Nordrhein-Westfalen sind die unteren Katastrophenschutzbehörden bei den Kreisen angesiedelt, und nur die dürfen „Krisenstäbe“ einrichten. Der Krisenstab, der auch für Witten zuständig ist, tagt deshalb im Kreishaus des Ennepe-Ruhr-Kreises in Schwelm. Da es natürlich trotzdem viel vor Ort zu organisieren gibt, haben alle kreisangehörigen Städte eigene Stäbe für außergewöhnliche Ereignisse. Anderer Name, aber durchaus ähnliche Aufgaben.

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