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Rathaussanierung: Die Südflügel-Baustelle verwandelt sich in das neue Bürger*innen-Forum

Südflügel des Wittener Rathauses (Collage: Eike Zengerle, Stadt Witten)

Im Durchgang zwischen Nord- und Südflügel des Rathauses ist es gerade jetzt im Herbst zugig. Der elektronische Türöffner am Seiteneingang ruckelt etwas, dann ist man im „alten“ Foyer vor der Bürgerberatung. Wer einen Termin hat, meldet sich am Eingang bei den Sicherheitsmenschen, die für coronaschutz-gerechten Zugang zum Rathaus sorgen.

Lange Zeit führten Rathaustermine die Wittenerinnen und Wittener in Räume, die architektonisch in den 1920er Jahren bzw. in den 1950er Jahren (Rathaus-Anbau entlang der Ruhrstraße) entstanden sind. Große Räume, große Flure, große Flächen – entstanden in Zeiten, in denen Platz keine Rolle spielte und der Komfort der Verwaltung wichtiger war als die Kunden, die dort „vorstellig“ wurden…

Die Sanierung des Wittener Rathauses ist ein Abschied von diesem Missverständnis. Das Rathaus wird mit jedem Tag der baulichen Sanierung und der organisatorischen Modernisierung mehr und mehr zu dem, was es sein soll: Zum einem Service-Ort für die Bürger*innen der Stadt.

Seit Ende September ziehen Ämter/Arbeitsbereiche in den sanierten Südflügel des Rathauses – das ist der Gebäudeteil zwischen Hauptstraße und Rathausplatz. Bürger*innen, die einen Termin mit einem der dort neu untergebrachten Ämter haben, gelangen so an einen vollständig veränderten Ort.

Fertig zur Eröffnung ist der Südflügel erst Ende November – dann mit neuem barrierefreien Haupteingang über den Rathausplatz. Vorher müssen noch Bürgerberatung und Standesamt einziehen. Aber ein Baustellenspaziergang mit Wittener Medien zeigte mitten im Umzugsgeschehen am 6.10. schon, wie das neue „Rathausforum“ aussehen wird.

Wer jetzt, in Oktober 2021 einen Termin im Südflügel hat, kommt zwar noch immer durchs alte Foyer. Aber im ersten Obergeschoss des Nordflügels betritt man durch eine zweiflügelige Feuerschutztür den Bereich, der seit 2018 denkmalgerecht kernsaniert wurde: hell, freundlich, barrierefrei, energetisch saniert, mit dichterer Arbeitsplatzstruktur. Und farblich so gestaltet, dass man die blauen Service-Bereiche (Beratungszimmer, Cubes und Tresenbereiche) zielstrebig ansteuern kann.

Wo früher stehen-und-warten angesagt war, gibt es jetzt Sitzgelegenheiten. Wer mobil eingeschränkt ist oder mit Kinderwagen kommt, nutzt den geräumigen Aufzug. Wer durchs Treppenhaus geht, tritt am Treppenauf- bzw. -abgang auf silberne Noppen, die für sehbehinderte Menschen das Treppenhaus „ankündigen“. Dort angekommen, wo der Termin stattfindet, sind die Beratungsräume deutlich von den Hintergrundarbeiten abgesetzt. So haben Bürger*in und Mitarbeiter*in einen ungestörten Bereich, und das so genannte Back-Office arbeitet in deutlich kleineren Büros oder Team-Flächen an den täglichen Verwaltungsaufgaben.

Das Zentrum des Südflügels, das glasüberdachte Rathausforum, wird noch in diesem Jahr zum neuen Herzstück für Bürgerinnen und Bürger: Dort kommt man an, checkt mit einem QR-Code ein, und gelangt dann zu den Mitarbeitenden, die die Kunden schon erwarten. Zusätzlich zum Rathaus-Alltag wird das Rathausforum auch Veranstaltungsort sein.

Von der Idee bis zur Umsetzung: (Bauliche) Schritte, Kosten, Nutzen

Diese „Quartiersnutzung“ schafft zusätzlich zum Bürger*innenservice eine Bedeutung für die Innenstadt und war ein relevanter Aspekt für die Förderfähigkeit des Projektes. Gefördert wird die Rathaussanierung für Energetik, Barrierefreiheit und Verdichtung der Arbeitsplätze. 230 Menschen können im Südflügel arbeiten, insgesamt 500 werden im Rathaus arbeiten, wenn auch der Nordflügel fertig ist. Vor der Sanierung war Raum für rund 350 Menschen. 22 Millionen Euro Förderung erhält die Stadt Witten für die Sanierung, die mit insgesamt 35,27 Millionen Euro zu Buche schlägt. 17 Millionen Euro davon kostet der Südflügel.

Für Witten, für seine Bürger*innen und für die Innenstadtentwicklung ist das eine Menge Geld, das nur deshalb investiert werden kann, weil Kämmerer Matthias Kleinschmidt im Jahr 2011 eine Idee in die Welt brachte: Die These, dass eine solche Sanierung wirtschaftlicher sein könnte als ein „weiter wie bisher“, mit Reparaturen, hohen Energiebedarfen und wenig ökonomischer Arbeitsplatznutzung.

Auf die Idee (2011) folgten Wirtschaftlichkeitsberechnungen, ein Ratsbeschluss zur Eigenrealisierung (2013), eine Feierstunde (2015), das Einrüsten des Rathausturms (2017), der Beginn der Südflügelsanierung (2018) – und Mitte Oktober 2021 beginnen auch schon die vorbereitenden Arbeiten im Nordflügel. Fertig saniert sein soll das gesamte Rathaus Ende 2023.

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