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Spielflächenkonzept: Wie könnte es weitergehen?

Collage von heißt geliebten Wittener Spielflächen: Lutherpark, Dirschauer Straße, Stahlhammer

Im Jugendhilfeausschuss (Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie) hat das Jugendamt der Stadt Witten am Dienstag, 24. Januar, den aktuellen Sachstand der städtischen Spielflächen präsentiert: Was sind Spielflächen? Wie viele davon braucht eine Stadt bzw. muss sie haben? Wie gut ist Witten aufgestellt und wie könnte es weitergehen? Schließlich ist das Spielflächenkonzept, mit dem bis heute gearbeitet wird, schon 2010 beschlossen worden. Passt das also im Jahr 2023 immer noch?

Los geht’s mit den Antworten.

Was sind eigentlich Spielflächen?

„Amtliche Spielflächen“, wenn man so will, sind diese: Kinderspielflächen (KSF), Freizeitanlagen (FZA), Jugendtreffpunkte (JTP), Spielwiesen (SPW), Ballspielplätze (BP), Grundschulhofflächen (SHF) und Höfe weiterführender Schulen (WFS). Und dann gibt es noch „sonstige zum Spielen geeignete Flächen“, nämlich diese: öffentliche Spielpunkte (z.B. einzelne Spielgeräte in einer Straße), Spielstraßen, Grünanlagen, Naherholungsgebiete, Wald- und Forstflächen, Gemeinschaftsflächen, halböffentliche Spielflächen (z.B. Spielplätze von Wohnungsgenossenschaften, die eben auch von Nicht-Mietern genutzt werden), etc.

Wieviel Spielfläche braucht eine Stadt / muss sie haben?

Nach dem Runderlass NRW ist ein Wert von mindestens 2,4 Quadratmetern Spielfläche pro Einwohner*in bei einer Nettoeinwohnerdichte von 160 oder weniger Einwohner*innen pro Hektar einzuhalten. Ein Unterschreiten der so ermittelten Richtwerte um bis zu 50 Prozent ist laut Erlass zulässig, wenn neben den „amtlichen“ Spielflächen auch „ausreichend anderweitig Spielmöglichkeiten sichergestellt sind“ z.B.: Spielstraßen, nutzbare private Spielflächen, Gemeinschaftsflächen sowie Schulhöfe in der unterrichtsfreien Zeit. Das ist in Witten der Fall. Mit dem Spielflächenkonzept (siehe unten), das seit 2010 gilt, wurde deshalb beschlossen, auf Grundlage des im Erlass gewährten Spielraums den Richtwert um die maximal möglichen 50 Prozent auf 1,2 Quadratmeter zu reduzieren.  Was war dabei das Ziel von Stadtverwaltung und politischer Mehrheit?

Spielflächenkonzept: 2010 wurde die Qualitätsoffensive Spielflächen (QS) beschlossen

Mit der „QS“ wollten Verwaltung und Politik ein bedarfsgerechtes und vor allem finanzierbares Spielraumangebot für Witten schaffen. Durch weniger Quantität und mehr Qualität im Spielflächenbestand sollte die Instandhaltung wieder den finanziellen Möglichkeiten der Kommune angepasst werden. Aufgegebene Flächen sollten verkauft werden, um die Erlöse in die Sanierung und Aufwertung weiter bestehender Flächen zu investieren. Eine stadtteildemographische Analyse und Prognose benannte die Bedarfe in den einzelnen Spielräumen, und in umfangreichen Kinderbeteiligungen wurden die aufzugebenden Flächen bestimmt.

Seit 2010 setzt Witten nun die Qualitätsoffensive Spielflächen um: Dafür wurden Spielflächen aufgegeben und andere zu geliebten Spielplätzen aufgewertet. Zu den bekanntesten Mittelpunktspielflächen gehören Park der Generationen, Lutherpark, Voß’scher Garten, Stahlhammer, Hohenstein sowie der Spielplatz am Hammerteich. Zuletzt fertig gestellt wurde die Spielfläche Dirschauer Straße, und noch in diesem Jahr steht die Mittelpunktsfläche Brunebecker Straße auf dem Programm.

Viel Geld wurde in den vergangenen Jahren in Qualität investiert, gleichzeitig wurde verkauft und Kosten eingespart. Zahlenmäßig sieht es heute so aus: Aktuell hat Witten 1,15 Quadratmeter pro Einwohner*in. Das ist eine gesamtstädtische Spielflächenversorgung an der unteren Grenze der gesetzlichen und selbst verordneten Richtwerte. Die Gründe dafür waren, dass der Bevölkerungsrückgang weniger stark war als erwartet und auch der demographische Wandel nicht im prognostizierten Maße stattgefunden hat.

Wie soll es weiter gehen?

An der Brunebecker Straße entsteht im Jahr 2023 die letzte Mittelpunktsfläche nach aktuellem Konzept. Gleichzeitig wird eine veränderte Herangehensweise sinnvoll und notwendig:

Einerseits wird die Abdeckung in der Fläche des Stadtgebietes weiterhin durch die bestehenden Mittelpunktsflächen gewährleistet. Andererseits wird es in Zukunft jedoch immer wichtiger sein, flexibler auf demografische und lokale Entwicklungen reagieren zu können. Dafür sollen verstärkt mobile und halbmobile Spielflächenausstattungen (z.B. Spielelemente, die mithilfe eines Krans auf- und umgestellt werden können, oder Spielgeräte ohne Betonfundamente) zum Einsatz kommen.

„Bedarfsgerechte, punktuelle und temporäre Ausstattung statt Komplettversorgung“ nennt es der Kinder- und Jugendbeauftragte Paul Anschütz in der Ausschusspräsentation. Nur so könne man an sozialen Bedarfspunkten – also da, wo zu einer bestimmten Zeit besonders viele Kinder/Jugendliche mit Spielbedarf leben – auch ein Angebot schaffen. Geeignete Flächen will man in enger Abstimmung mit Planungs- und Grünflächenamt finden.

Im Sinne dieser neuen Herangehensweise soll noch in diesem Jahr eine Fortschreibung des Spielflächenkonzeptes entstehen, die dann natürlich auch umreißen muss, wieviel Zeit und Geld die Neuausrichtung braucht.

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