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Denkmal des Monats März: Das Annener Gussstahlwerk – Glühofen und Versandhalle

Annener Gussstahlwerk – Glühofen und Versandhalle. Foto Jörg Fruck

Im März 2017 stellt Denkmalschützer Florian Schrader (Untere Denkmalbehörde im Planungsamt der Stadt Witten) in der Serie „Denkmal des Monats“ das Annener Gussstahlwerk vor.

Bei der Glühofen- und Versandhalle handelt es sich um einen Teil eines Erweiterungskonzeptes für das Annener Gussstahlwerk aus der ersten Hälfte der 1940er Jahre (Bauzeit 1941-1943). Das Gebäude wurde von seinem Architekten Emil Pfoser aus Mülheim a. d. Ruhr  mit einer repräsentativen Schauseite zur Stockumer Straße konzipiert.

Über der Glühofenhalle befand sich im Obergeschoss ein großer Speisesaal für ca. 500 Personen. Dieser Saal wurde 1945 einem Gefolgschaftsraum umgebaut, in dem Propagandaveranstaltungen für die Nationalsozialisten stattfinden sollten. Mit einer Bühne versehen diente er auch später noch gelegentlichen Theateraufführungen, Varietévorstellungen, Kostümfesten und Ausstellungen.

Die Versandhalle für die Formerei des Werkes schließt direkt an die Glühofenhalle an. Hier befand sich u.a. ein Turmartiger Hochbunker und im Obergeschoss die Großküche für den Speisesaal.

1865 zur Herstellung von Stahl und Eisenfabrikaten gegründet

Die Geschichte des Annener Gussstahlwerkes reicht hingegen viel weiter zurück. Im Jahr 1865 von dem Kommerzienrat Emil König aus Ruhrort und den Kaufleuten Wilhelm Reunert und Rudolf König zur Herstellung von Stahl und Eisenfabrikaten gegründet, entwickelte es sich in über 130 Jahren. Während des Ersten Weltkrieges bereits an der Erfüllung umfangreicher Kriegsaufträge beteiligt, führten die Kriegsfolgen 1923 kurzzeitig (bis 1924) zur Stilllegung des Werkes, das Ende der 20er Jahre ein nach derzeitigen Begriffen unmoderner, unübersichtlicher und verschachtelter Betrieb war.

Die Gründung der Ruhrstahl AG (später Teil der Vereinigten Stahlwerke) im Jahr 1930 mit der Einbringung verschiedener Stahlwerke, darunter auch das Annener Gussstahlwerk, brachte nicht nur die Einbindung in eine neue Gesellschaft, sondern auch wesentliche Änderungen in der Produktion. Es wurden hochwertiger Flugzeugstahl, Chromguss, nickelfreie Panzerstähle und korrosionsbeständiger Stahlguss für die chemische Industrie hergestellt. Alle diese Neuerungen waren aber vor dem Hintergrund der Wiederaufrüstung mit ihren katastrophalen Folgen zu sehen. Die KZ-Gedenkstätte an der Immermannstraße, in deren Umfeld ein Teil der zahlreichen Zwangsarbeiter des Annener Gussstahlwerkes untergebracht waren, dokumentiert dies recht eindrücklich.

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