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Drei Steine – ein mahnendes Werk gegen Rechtsradikalismus: Ausstellung von Nils Oskamp jetzt in der Bibliothek Witten

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Im Foyer der Bibliothek Witten (Husemannstraße 12) wird am Dienstag (15.10.) um 15 Uhr die Ausstellung „Drei Steine – ein mahnendes Werk gegen Rechtsradikalismus“ eröffnet.

Die mit dem Rudolph Dirks Award ausgezeichnete Graphic Novel "Drei Steine" von Nils Oskamp thematisiert  autobiographisch die rechtsradikalen Bewegungen in den 1980er Jahren in Dortmund und die aktive Gegenwehr des Autors. Die Ausstellung dokumentiert, wie die damaligen rechtsradikalen Jugendlichen fast unbestraft davonkommen und es später bis in die Politik schafften.

Kampf ums nackte Überleben

Als ein Mitschüler in der Schulklasse den Holocaust verleugnet und weitere Nazi-Parolen propagiert, lehnt sich Nils Oskamp dagegen auf und sagt ihm und seinen Mitschülern klar seine Meinung. Dadurch macht er sich zur Zielscheibe der örtlichen Neonazis, es beginnt ein Kampf um das nackte Überleben. Nils Oskamp zeigt in eindringlichen Bildern, wie die Lehrer und die Polizei die Bedrohung nicht ernst nehmen und auch die Familie die Gefahr nicht erkennt. Mehrfach wird er von Neonazis krankenhausreif geschlagen. Die Spirale der Gewalt eskaliert und gipfelt in zwei Mordanschlägen!

Alte Seilschaften sind noch aktiv

Die jugendlichen Schläger wurden von „Alten Kameraden“ angeworben und indoktriniert. Die damals etablierten Seilschaften sind weiterhin aktiv und sorgen mit dem Terror, den sie verbreiten, weiterhin für Schlagzeilen.

Nils Oskamp ist in Dortmund aufgewachsen und studierte im Ruhrgebiet Grafikdesign mit dem Schwerpunkt Illustration. In Hamburg absolvierte er ein Trickfilmstudium und arbeitet dort als Illustrator für Werbung und Zeitschriften. Mit der Arbeit an „Drei Steine“ begann er vor ein paar Jahren als Gastkünstler in der französischen Comic-Hauptstadt Angoulême.

Die Graphic Novel über seine Jugend, sein Leben mit der Angst und die Ohnmacht von Staat und Bevölkerung gegenüber rechtsradikaler Gewalt, ist eine beeindruckende und beängstigende Mahnung an alle, die den Rechtsradikalismus verharmlosen. Ein bedrückendes Werk, das auch dokumentiert, dass die rechte Bedrohung inmitten unserer Gesellschaft wächst, gedeiht und die Drahtzieher sich in vielen Regionen in Politik und Wirtschaft positionieren konnten.

Autorenlesung am 29. Oktober

Die Ausstellung umfasst Exponate wie eine Multimediainstallation, Infotafeln und Diarahmen. Sie war bereits an über zehn Orten zu sehen – darunter auch die NS-Gedenkstätte Wewelsburg. Am 29. Oktober (Dienstag)um 10 Uhr kommt Nils Oskamp persönlich in die Bibliothek Witten, um aus seiner Graphic Novel zu lesen und mit den Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. Danach kann die Ausstellung noch bis zum 13. November in Witten besucht werden. Der Eintritt ist frei. Gefördert wird die Veranstaltung in der Bibliothek von der Wittener Partnerschaft für Demokratie im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und vom Fördervereins LitWIT.

(Die Presse ist herzlich zur Ausstellungseröffnung mit Nils Oskamp am 15.10. um 15 Uhr in die Bibliothek eingeladen.)

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