News Einzelansicht  - Stadt Witten
Wir bilden aus!

Wir bilden aus!

Foto: Jörg Fruck

Märkisches Museum zeigt: Belgian Thoughts und Komplexreflex – Dem Flötmoment auf der Schliche

Service-Portal Witten

Alle Online-Dienstleistungen jetzt im Service-Portal

Ausschüsse und ihre Sitzungen in 2019

Emsiges Treiben im Innenhof des Rathaussüdflügels. Foto Jörg Fruck

Rathaussanierung

Rathaus und Service

Gunther Demnig verlegt am 12. November weitere Stolpersteine vor dem Haus Galenstraße 24

Foto: Stolperstein, Jörg Fruck/Stadt Witten

Muster-Stolperstein, Foto: J. Fruck

Der Künstler Gunther Demnig verlegt am 12. November (Dienstag) ab ca. 11.30 Uhr zwei weitere Stolpersteine in der Galenstraße 24. Die würfelförmigen Steine erinnern an jüdische Bürgerinnen und Bürger, die hier gewohnt haben und tragen deshalb individuelle Inschriften.

Dazu folgende Informationen des Stadtarchivs Witten:

Ein Stolperstein für Anna Elfriede Möhrke geborene Christoph

Verlegung am 12.11.2019, Galenstraße 24, Witten-Mitte

Anna Elfriede Möhrke geborene Christoph kam am 29. Oktober 1890 in Posen im Kreis Samter zur Welt. Sie war seit 1929 Mitglied der KPD. 1933 kandidierte sie für die Stadtverordnetenversammlung in Witten, konnte ihr Mandat jedoch nicht antreten, da die Zuteilung von Sitzen an die gewählten kommunistischen Stadtverordneten für unwirksam erklärt wurde. Nach der Auflösung der KPD war Anna Elfriede Möhrke in der Wittener Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus aktiv. 1935 wurde sie von der Gestapo in ihrer Wohnung verhaftet und zunächst im Gerichtsgefängnis Witten und später in Hamm inhaftiert. Angeklagt wurde sie wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ und zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach Haftentlassung und fünftägiger Freiheit ergriff die Gestapo sie erneut und nahm sie in „Schutzhaft“ in den Polizeigefängnissen Witten und Bochum. Anschließend wurde sie erst in das Frauen-KZ Moringen bei Hannover und danach in das Frauen-KZ Lichtenburg bei Torgau/Elbe verschleppt. Am 4. Juni 1938 kam Anna Elfriede Möhrke aus dem Konzentrationslager frei und überlebte die NS-Zeit in Witten. Hier verstarb sie am 29. April 1974 im Alter von 83 Jahren.

 

Das Wittener Friedenforum stiftete den Stolperstein für Anna Elfriede Möhrke und recherchierte zu ihrem Schicksal in der NS-Zeit.

Text: Katharina Boden, red. Bearbeitung Stadtarchiv Witten; Quellen: Stadtarchiv Witten: u. a. Meldeinformationen, Personenstandsurkunden, Verwaltungsbericht der Stadt Witten 1933; Privatsammlung Möhrke; Landesarchiv NRW: Reg. Arnsberg, Nr. 27447, Nr. 27448; Klein, Ralph: „Die Wände waren mit Blut bespritzt ...“. Der „Tränenkeller“ im Schillerlyzeum Witten, Bremen/Wuppertal 2017, S. 51 f.

 

Ein Stolperstein für Paul Heinrich Möhrke

Verlegung am 12.11.2019, Galenstraße 24, Witten-Mitte

Paul Heinrich Möhrke wurde am 5. Dezember 1912 als Sohn der Anna Elfriede und des Fritz Ferdinand Möhrke in Witten geboren. Seit 1928 war er Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland (KJVD). Der gelernte Dachdecker beteiligte sich nach Auflösung des KJVD 1933 an dem „illegalen“ Kampf gegen das Nazi-Regime. Am 30. Juni 1933 wurde er von der SS gefangen und in den sogenannten „Tränenkeller“ im damaligen Wittener Lyzeum, heute Schiller-Gymnasium, gebracht. Dort folterten ihn Hilfspolizisten bis zur Unkenntlichkeit und Bewusstlosigkeit. Schwer verletzt wurde er im Marienhospital Witten stationär behandelt. Von dort flüchtete Paul Möhrke nicht geheilt und vorzeitig, da er von einem der SS angehörigen Schulkameraden vor einer erneuten Verhaftung gewarnt worden war. Paul Heinrich Möhrke konnte versteckt als ungemeldeter Landarbeiter in Mittel- und Süddeutschland überleben. Er starb am 24. Juni 1975 im Alter von 62 Jahren in Witten.

 

Das Wittener Friedenforum stiftete den Stolperstein für Paul Heinrich Möhrke und recherchierte zu seinem Schicksal in der NS-Zeit.

Text: Katharina Boden, red. Bearbeitung Stadtarchiv Witten; Quellen: Stadtarchiv Witten: Meldeinformationen, Personenstandsurkunden; Privatsammlung Möhrke; Landesarchiv NRW: Reg. Arnsberg, Nr. 27447, Nr. 27448, Klein, Ralph: „Die Wände waren mit Blut bespritzt ...“. Der „Tränenkeller“ im Schillerlyzeum Witten, Bremen/Wuppertal 2017, S. 51 f.

()

Veranstaltungen

Nov
MoDiMiDoFrSaSo
        01 02 03
04 05 06 07 08 09 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30  

Direkt gefunden