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Gunther Demnig verlegt am 21. November weitere Stolpersteine in der Lutherstraße

Foto: Jörg Fruck

Muster-Stolperstein, Foto: J. Fruck

Der Künstler Gunther Demnig verlegt am 12. November (Dienstag) ab ca. 10.50 Uhr drei weitere Stolpersteine in der Lutherstraße 34. Die würfelförmigen Steine erinnern an jüdische Bürgerinnen und Bürger, die hier gewohnt haben und tragen deshalb individuelle Inschriften.

Dazu folgende Informationen des Stadtarchivs Witten:

Ein Stolperstein für Berta Wilzig

Berta Wilzig, Tochter der Eheleute Herz genannt Hermann und Henriette Wilzig, wurde am 13. Mai 1910 im Haus Wiesenstraße 15 als jüngstes von sechs Kindern geboren. Nach der Scheidung ihrer Eltern 1912 wohnte sie zeitweise bei ihrer Mutter in Essen. Seit 1925 wieder in Witten lebte sie bei ihrer Großmutter in der Lutherstraße 25. Das Haus gehörte einem Verwandten, der zwischenzeitlich in Dortmund ansässig war. Aufgrund der nationalsozialistischen Rassegesetzgebung und der Enteignung jüdischer Bürgerinnen und Bürger wurde Berta Wilzig, weil sie Jüdin war, entmietet und musste im April 1942 in das sogenannte Judenhaus, Hauptstraße 63, ziehen. Im Oktober des Jahres stand für sie erneut ein erzwungener Wohnungswechsel an und sie kam in der damaligen Obdachlosensiedlung Voedestraße in Heven unter. Berta Wilzig sich im Januar 1943 nach Dortmund ab. Von dort wurde sie einen Monat später nach Bielefeld in das „Umschulungslager“ Schloßhofstraße 73a gebracht, das unter ständiger Kontrolle der Gestapo stand. Wenige Wochen später war Berta Wilzig Mitgefangene in dem Deportationszug, der am 12. Mai 1943 von von Bielefeld über Münster in das sogenannte Ghetto Theresienstadt fuhr. Am 16. Mai 1944 wurde Berta Wilzig – gerade 34 Jahre alt – in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz verschleppt und dort ermordet.

Der Stolperstein für Berta Wilzig wurde von der WABE, Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung mbH, gestiftet.

Text: Martina Kliner-Fruck, Quellen: Stadtarchiv Witten: u. a. Meldeinformationen, Personenstandsunterlagen, Adressbücher; Stadt Dortmund: Auskunft Einwohnermeldeamt; Minninger, Monika; Meynert, Joachim; Schäffer, Friedrich: Antisemitisch Verfolgte registriert in Bielefeld 1933-45. Eine Dokumentation jüdischer Einzelschicksale, Bielefeld 1985, S. 232; Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried: „...vergessen kann man das nicht“. Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, Bochum 1991, S. 281; Onlineversion des Gedenkbuchs Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945; Website Statistik des Holocaust, Deportation aus Westfalen nach Theresienstadt 1943-1945.

Ein Stolperstein für Theodor Schacher

Theodor Schacher, geboren am 26. August 1880 in Haigerloch, Regierungsbezirk Sigmaringen zog 1891 mit seinen Eltern, Moritz und Emma Schacher, und seinen Geschwistern nach Witten in die Hochstraße 16 nahe der Marienkirche. Vor seiner Heirat ging er wiederholt auf Wanderschaft in umliegende Städte im Ruhrgebiet und in den Niederlanden. Im Laufe seines Lebens war Theodor Schacher als Wächter, als Hammergehilfe und auch als Fabrikarbeiter erwerbstätig. Am 10. August 1911 heiratete er in erster Ehe die Verkäuferin Martha Joseph aus Kettwig, die zu ihm in die damalige Bergstraße im heutigen Johannisviertel zog. 1912 kam seine Tochter Hanna und 1914 sein Sohn Alfred zur Welt. Beide Kinder starben im Säuglingsalter. Das Ehepaar zog im Oktober 1914 in die Lutherstraße 34. In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 überfiel eine Gruppe von Nationalsozialisten Theodor und Martha Schacher in ihrer Wohnung. Martha Schacher starb wenige Wochen darauf im katholischen Marienhospital in Witten an den Folgen des Überfalls. Theodor Schacher wurde in den folgenden Novembertagen in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt und dort bis Dezember 1938 inhaftiert. Nach seiner Freilassung zog er zu Verwandten in die Rosenstraße 7, die sich gegenüber des Wittener Hauptbahnhofs befand. Ab Februar 1939 fand er Unterschlupf in der „Villa Hanf“ im Parkweg 14. Von dort meldete er sich im April 1939 nach Berlin ab. Dort heiratete er am 19. März 1942 in zweiter Ehe vermutlich die 1885 in Memel geborene Rosalie Meyer. Mit ihr wurde Theodor Schacher am 2. März 1943 im Alter von 62 Jahren von Berlin in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Der Stolperstein für Theodor Schacher wurde vom Lions Club Witten Rebecca Hanf gestiftet.

Text: Martina Kliner-Fruck, Quellen: Stadtarchiv Witten: u. a. Meldeinformationen, Personenstandsunterlagen, Adressbücher, Zeitzeugenberichte, Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried: „...vergessen kann man das nicht“. Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, Bochum 1991, S. 234; Onlineversion des Gedenkbuchs Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945; Website Statistik des Holocaust, Deportation aus Westfalen nach Theresienstadt 1943-1945.

Ein Stolperstein für Martha Schacher geborene Joseph

Martha Schacher geborene Joseph kam am 21. November 1876 in Kettwig, heute Essen, zur Welt. Als sie 1911 in Witten Theodor Schacher heiratete, war sie Verkäuferin. 1912 brachte sie die Tochter Hanna und 1914 den Sohn Alfred zur Welt. Beide Kinder überlebten das Säuglingsalter nicht. Martha Schacher zog 1914 mit ihrem Ehepartner in die Lutherstraße 34. In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden die Eheleute in ihrer Wohnung vom Nazi-Mob überfallen. Marthas Ehemann wurde im Zuge der Verhaftungswelle jüdischer Männer in das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin verschleppt. Martha Schacher hat ihn nach seiner Freilassung aus der KZ-Haft am 14. Dezember 1938 nicht mehr gesehen, denn sie starb an den Folgen des Überfalls durch die Nazis am 6. Dezember 1938 Marienhospital in Witten. Als offizielle Todesursache der 62-Jährigen gab das Krankenhaus „Brandpneumonie und Herz-Kreislaufschwäche“ an. Martha Schacher wurde auf dem Jüdischen Friedhof im Ledderken beigesetzt.

Der Stolperstein für Martha Schacher geborene Joseph wurde vom Lions Club Witten Rebecca Hanf gestiftet.

Text: Martina Kliner-Fruck, Quellen: Stadtarchiv Witten: u. a. Meldeinformationen, Personenstandsunterlagen, Zeitzeugenberichte; Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried: „...vergessen kann man das nicht“. Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, Bochum 1991, S. 234.

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