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Neues Jahr, neue Regeln: Reiter dürfen mehr Wege nutzen

Seit Anfang des Jahres gelten für das Reiten im Ennepe-Ruhr-Kreis neue Regeln. Lautete die Vorgabe bisher, getrabt und galoppiert werden darf nur auf ausgewiesenen Reitwegen, dürften Pferde jetzt auch im Wald auf privaten Straßen und Fahrwegen unterwegs sein. Grundlage dafür ist das veränderte Landesnaturschutzgesetz

"Diese Information ist bei vielen Reitern natürlich längst angekommen. Sie stellen sich und uns jetzt die Frage, was denn nun ein ´Fahrweg´ ist", berichtet Peggy Freind, Mitarbeiterin im Sachgebiet Landschaftsschutz der Kreisverwaltung. Sie klärt auf: "Fahrwege sind befestigte oder naturfeste Waldwirtschaftswege, die ganzjährig von mindestens zweispurigen Fahrzeugen befahrbar sind."

Fahrwege sind also keineswegs Trampelpfade oder Gassen, die durch Wildwechsel oder das Rücken von Holz entstanden sind. Dort bleibt das Reiten ebenso verboten wie auf Rad- und Fußwegen, auf Wegen, die zu Höfen oder in Wohnbereiche führen. "Zu den Rad- und Fußwegen gehören auch die ehemaligen Bahntrassen im Kreisgebiet", unterstreicht Freind.

Für die Reiter bedeutet die neue Regelung mehr Freiheit und Verantwortung zugleich. Sie müssen erkennen, wo es sich um einen "Fahrweg" handelt und wo nicht, wo sie folglich neue Spuren hinterlassen dürfen und wo sie dies auch mit Blick auf die Rechte der Waldbesitzer zu lassen haben. Hier ist Eigenverantwortung gefragt. Eine Übersichtskarte der für Reiter nutzbaren Wege wird es nicht geben. Der damit verbundene Aufwand ist zu hoch, das Ausmaß der Karte zu groß.

Grundsätzlich wirbt die Kreisverwaltung für gegenseitige Rücksichtnahme im Wald. Mit Blick auf die Reiter betont Freind: "Niemand sollte andere Erholungssuchende, insbesondere Fußgänger, erschrecken oder gar gefährden. Hunde sollten nur mitgeführt werden, wenn sie jederzeit vom Pferd aus zu kontrollieren sind. Und: Bei anhaltend nasser Witterung oder Tauwetter schont der Verzicht auf den Ausritt die Wege." Klar ist für die untere Naturschutzbehörde: Dort, wo diese Verhaltensregeln wiederholt und andauernd unbeachtet bleiben, könnten Reitverbote die Folge sein.

Erinnert wird auch daran: Pferde, die in der freien Landschaft oder im Wald unterwegs sind, müssen beidseitig ein gut sichtbares gültiges Reitkennzeichen tragen. Dies ist jährlich zu erneuern, bei der Kreisverwaltung zu bekommen und kostet für Privatnutzer beim ersten Mal 39,65 Euro, Plaketten für die Folgejahre sind für 30 Euro zu haben. Reiterhöfe zahlen 89,65 beziehungsweise 80 Euro.

Wer ohne Plakette unterwegs ist, begeht nicht nur eine Ordnungswidrigkeit und riskiert eine Geldbuße von bis zu 200 Euro. Alle Reiter sollten ebenfalls bedenken: Die Einnahmen aus dem Verkauf der Kennzeichen - aktuell rund 1.300 - werden zum einen für den Bau und das Instandsetzen von Reitwegen verwendet. Zum anderen wird auf sie zurückgegriffen, um an anderen Wegen durch Reiter verursachte Schäden zu beseitigen. "Diese Zusage der unteren Naturschutzbehörde war entscheidend dafür, dass die Waldbesitzer der neuen, für Reiter verbesserten Regelung zugestimmt haben", so Freind.

Alle Informationen rund um das Reiten im Wald sowie das Reitkennzeichen liefert en Merkblatt auf der Internetseite des Ennepe-Ruhr-Kreises (www.en-kreis.de). Ansprechpartnerin für Rückfragen ist Peggy Freind, Tel.: 02336/932645, Email: p.freind(at)en-kreis.de.

Stichwort ausgewiesene Reitwege im Ennepe-Ruhr-Kreis

Mit der Ausnahme von Breckerfeld gibt es in allen Städten ausgewiesene Reitwege. Insgesamt haben sie eine Länge von rund 55 Kilometern. Neben diesen können seit Anfang des Jahres aus "Fahrwege" zum Ausreiten genutzt werden. 

Die ausgewiesenen Reitwege verteilen sich auf zehn verschiedene Runden. Als Einzelkarten sind die Reitwege auf der Internetseite des Kreises (www.en-kreis.de) zu finden. Ausgewiesen sind die in folgenden Bereichen: Witten-Muttental, Herdecke/Witten-Ardey, Herdecke-Ende, Wetter-Grundschöttel, Gevelsberg-Asbeck, Sprockhövel-Haßlinghausen, Sprockhövel-Hilgenpütt, Ennepetal-Ravenschlag, Ennepetal/Schwelm, Hattingen-Homberg.

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