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Verdacht auf Kriegsbomben an der Breddeschule und im Weichenwerk

Container vor der Breddeschule

Der zweite Weltkrieg ist lange her, und trotzdem tauchen bis heute immer wieder mal Überreste auf. Dann gibt es zum Beispiel Verdachtspunkte für Weltkriegsbomben. Zwei neue Punkte haben wir nun gefunden: je einen auf dem Gelände des Weichenwerks und an der Breddeschule. Allerdings ist es von einem Verdachtspunkt bis zu einem tatsächlichen Bombenfund noch ein weiter Weg. Was folgt also aus diesem Verdacht?

Aus so einem Verdachtsfall ergeben sich einige Abläufe, die zum Teil eingespielt, in dieser konkreten Situation zum Teil aber auch neu sind.

Was passiert nun als nächstes?

Grundsätzlich werden an Verdachtspunkten zunächst Sondierungen durchgeführt. An der Breddeschule ist die besondere Situation, dass der Verdachtspunkt neben einem der dort aufgestellten Container liegt. Drei der Container müssen daher zunächst entfernt werden. Das passiert ab dem 7. Oktober, die Schülerinnen und Schüler müssen für die verbleibenden drei Tage vor den Herbstferien entsprechend ausweichen.

Am 12. Oktober soll der Verdachtspunkt Breddeschule sondiert werden. Der Termin für das Weichenwerk steht noch nicht fest, auch dort soll aber in Kürze sondiert werden.

Wenn die Sondierungen den Verdacht erhärten, wird ein Tag festgelegt, an dem nach den möglichen Bomben gegraben wird – und an dem dann auch evakuiert werden muss. Ob an den Stellen wirklich Weltkriegsbomben liegen, steht aber erst fest, wenn die Stellen geöffnet wurden.

Bestand Gefahr für die Schülerinnen und Schüler der Breddeschule?

Dass sich unter bereits bestehenden Gebäuden durch die inzwischen möglichen Luftbildauswertungen Verdachtspunkte für Blindgänger finden, ist nicht ungewöhnlich.

Zur Zeit ist aber noch nicht einmal klar, ob sich an dem Verdachtspunkt Breddeschule überhaupt tatsächlich ein Blindgänger befindet. Das stellt sich erst nach den Sondierungen und möglicherweise folgenden Öffnungen heraus.

Gefahr besteht erst dann, wenn eine (gegebenenfalls vorhandene) Weltkriegsbombe bewegt oder erschüttert wird. Daher muss sie dann auch beseitigt werden.

Wie kommt es, dass ein Unterrichts-Container auf einem möglichen Bomben-Verdachtspunkt steht?

Die Breddeschule hatte uns einen Raummangel gemeldet. Auf diesen haben wir schnell und unbürokratisch reagiert und die Container aufgestellt. Aufgrund neuer Erkenntnisse lässt die Stadt Witten auf dem Gebiet der Schule nun den Verdachtspunkt für einen Blindgänger untersuchen.

Wann steht das Ergebnis der Sondierungen fest?

Die Ergebnisse der Sondierungen müssen zunächst ausgewertet werden, das dauert in der Regel etwa 2-3 Tage.

Wann werden die (möglichen) Bomben entschärft?

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wenn die Sondierungen den Verdacht erhärten, wird unter anderem in Rücksprache mit der Bezirksregierung Arnsberg ein Termin festgelegt, an dem an den Stellen gegraben („eröffnet“) wird. Wann genau das sein könnte, ist im Augenblick noch nicht absehbar.

Wann und wie erfahre ich, dass ich im Sperrbereich bin?

Sofern die Sondierung den Blindgängerverdacht erhärtet, wird ein Termin für die Eröffnung der Stelle festgelegt. Wenn dieser Termin klar ist, veröffentlichen wir zeitnah Karten mit den inneren und äußeren Sperrbereichen. Die Größe der Sperrbereiche hängt von der Größe der Bombe ab: bei 5-Zentner-Bomben sind es 250 Meter, bei 10-Zentner-Bomben 500 Meter.

Am Tag der Evakuierung selbst werden Feuerwehr und Ordnungsamt die Betroffenen informieren und den Bereich nach und nach absperren.

Wie lange dauert die Entschärfung?

Das ist extrem schwer zu sagen, weil es viele Unsicherheitsfaktoren gibt. Das betrifft den Zeitaufwand für die Evakuierung und um die Bombe freizulegen. Schließlich können wir im Vorfeld nicht sagen, wie kompliziert die Entschärfung ist. Im schlimmsten Fall ist sie nicht möglich. Dann müsste die Bombe sogar gesprengt werden.

Wo können die Anwohner in der Zeit unterkommen?

Das ist im Augenblick noch nicht klar, werden wir aber rechtzeitig bekannt geben.

Wie werden überhaupt solche Verdachtspunkte gefunden?

Die möglichen Verdachtspunkte ergeben sich aus historischen Luftbildern. Diese wurden jeweils kurz nach Bombenangriffen aufgenommen. Aus der Form der Löcher, die darauf zu sehen sind, sind Rückschlüsse möglich, ob eine abgeworfene Bombe explodiert ist oder nicht.

Wie funktioniert eine Sondierung?

Um den Verdachtspunkt herum werden in einem Umkreis von sechs Metern in der Regel insgesamt 36 kleine Bohrungen bis in sieben Meter Tiefe durchgeführt. An diesen Stellen wird dann gemessen, ob es magnetische Abweichungen zum normalen Erdmagnetfeld gibt.

Solche Abweichungen deuten aber lediglich darauf hin, dass an der Stelle Metall im Boden liegt. Eine sichere Aussage über eine Bombe liefern diese Sondierungen nicht. Es könnte also durchaus auch Metallschrott sein. Um das herauszufinden, muss an dem Verdachtspunkt gegraben werden – mit aller Vorsicht natürlich.

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