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Windpocken: Fehlende Impfung kann Folgen haben

Ennepe-Ruhr-Kreis (Logo)

Windpocken - diese Kinderkrankheit kann in Kindertagesstätten und Schulen für erhebliches Durcheinander sorgen und Familien vor ungeahnte Herausforderungen bei der Nachwuchsbetreuung stellen. In den letzten Wochen musste das Kreisgesundheitsamts in zwei Einrichtungen in Herdecke und einer in Witten 98 von 268 Kindern zeitweise vom Besuch ausschließen. Wir sprachen mit Dr. Sabine Klinke-Rehbein, Amtsärztin des Ennepe-Ruhr-Kreises, über die Hintergründe.

pen: Wie reagiert das Gesundheitsamt, wenn Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindertagesstätten oder Schulen Windpocken melden?

Dr. Sabine Klinke Rehbein: Bei Einzelfällen in einer Einrichtung informieren wir die Eltern und bitten sie, den Impfstatus des Kindes zu prüfen. Kommt es zu mehreren Fällen, kontrollieren wir die Impfpässe und entscheiden, wer zu Hause bleiben muss. Auf der sicheren Seite sind grundsätzlich diejenigen, die zweifach geimpft sind oder die Krankheit durchgemacht haben. Kann keine oder nur eine Impfung nachgewiesen werden, droht mit Blick auf die Inkubationszeit - also die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch - ein Ausschluss für 16 Tage.

pen: Grundsätzlich und ohne Wenn und Aber?

Klinke-Rehbein: Nein. Wer fehlende Impfungen nachholt, darf zurückkommen. Für völlig Ungeimpfte gilt aber zusätzlich: Sie müssen innerhalb von fünf Tagen nach dem ersten Kontakt mit einem Windpockenfall geimpft werden.

pen: 16 Tage, an denen Kinder - häufig nur auf Verdacht und gesund - nicht in Kita und Schule, zum Sportverein oder ins Ferienlager dürfen und zu Hause betreut werden müssen. Das stellt Eltern vor Probleme und trifft nicht immer auf Verständnis. Ist das wirklich nötig?

Klinke Rehbein: Uns sind die Herausforderungen, die mit einem Ausschluss verbunden sind, sehr bewusst. Unser eindeutiger Auftrag als Gesundheitsamt ist es allerdings, Ansteckungsrisiken zu reduzieren, Infektionsketten zu durchbrechen und Risikopersonen wie Schwangere oder Abwehrgeschwächte zu schützen. Dazu zählt es dann auch, augenscheinlich Gesunde auszuschließen. Denn: Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob sie sich nicht doch schon angesteckt haben und damit andere infizieren könnten.

pen: Im Blick haben Sie auch Geschwister von erkrankten Kindern.

Klinke-Rehbein: Richtig. Was viele nicht wissen: Wenn Schwester oder Bruder eines Windpocken-Erkrankten keinen Impfschutz haben, gilt auch für sie die 16-Tage-Regel. Eltern sollten hier im Interesse anderer stets verantwortungsvoll handeln. Beachten sollten sie auch: Sie sind verpflichtet, den Gemeinschaftseinrichtungen ihrer Kinder eine Windpocken-Erkrankung mitzuteilen. Wir werden dann von dort entsprechend informiert. Zudem melden uns die Ärzte jeden Verdachtsfall.

Stichwort Windpocken

Windpocken werden durch das Varicella-Zoster-Virus ausgelöst und sind hochansteckend. Gekennzeichnet sind sie durch einen sich ausbreitenden Ausschlag an Haut und Schleimhauten. Die Hautveränderungen kommen zeitgleich in verschiedenen Stadien - Papeln, Pusteln, Bläschen, Schorf - vor.

Windpocken gehören zu den häufigsten Infektionserkrankungen in Deutschland. Die meisten Fälle treten in der Altersgruppe der 0 bis 9-Jährigen auf. Im Ennepe-Ruhr-Kreis wurden 2016 414 Windpockenfälle gemeldet, 2017 waren es 248 und 2018 bisher 240.

Die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission sieht eine Impfung im Alter von 11 bis 14 Monaten und eine zweiten Dosis im Alter von 15 bis 23 Monaten vor. Fehlende Impfungen sollten im Kindesalter nachgeholt werden.

Im Ennepe-Ruhr-Kreis liegt die Impfquote nach Erkenntnissen der Schuleingangsuntersuchung 2016/17 bei 70 Prozent für die zweimalige Impfung. 30 Prozent sind nur einmal oder gar nicht geimpft. Datengrundlage sind die vorgelegten Impfhefte. Von den 2.351 untersuchten Kindern legten 256 keine Unterlagen vor. Für sie kann daher keine keine Aussage zu Impfungen getroffen werden.

 

Quelle: Pressedienst EN-Kreis, Ingo Niemann (v.i.S.d.P.), Tel. (02336) 93-2062, www.en-kreis.de

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